{"id":1376,"date":"2015-06-29T23:41:06","date_gmt":"2015-06-29T21:41:06","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1376"},"modified":"2015-07-01T23:02:35","modified_gmt":"2015-07-01T21:02:35","slug":"ruckblick-wave-gotik-treffen-in-leipzig-vom-22-bis-25-mai-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ruckblick-wave-gotik-treffen-in-leipzig-vom-22-bis-25-mai-2015\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick: Wave Gotik Treffen in Leipzig vom 22. bis 25. Mai 2015"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Olaf-Maibaum-WGT-2015.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1384\" title=\"Olaf Maibaum - WGT 2015\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Olaf-Maibaum-WGT-2015-300x229.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Olaf-Maibaum-WGT-2015-300x229.jpg 300w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Olaf-Maibaum-WGT-2015-1024x784.jpg 1024w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Olaf-Maibaum-WGT-2015-391x300.jpg 391w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Von Olaf Maibaum (28.06.2015)<\/p>\n<p>Wie jedes Jahr stand zu Pfingsten in meinem Kalender das Wave Gotik Treffen in Leipzig an. Vorab noch ein paar Worte zum WGT. Es gibt nicht \u201edas\u201c WGT, sondern nur das WGT, was jeder f\u00fcr sich daraus macht. Die Verteilung der Veranstaltungsorte und die Vielfalt an Programmpunkten von Lesungen \u00fcber Ausstellungen als auch Konzerten von Klassik \u00fcber Dark Wave bis hin zu Horror Punk und Dark Metal machen den besonderen Reiz dieser Veranstaltung aus. Einige h\u00e4ngen nur auf dem Agra-Gel\u00e4nde und dem Mittelaltermarkt am Torhaus D\u00f6litz ab, andere ziehen durch die Stadt oder bleiben einen Tag an einem anderen Auftrittsort. Dadurch erlebt jeder das Treffen anders, je nach eigenem Gusto. Die Planung des pers\u00f6nlichen Programmplans gestaltete sich in diesem Jahr als sehr schwierig, da ich beispielsweise am Montag vier meiner Must-Haves an unterschiedlichen Orten hatte. Das war an den anderen Tagen nicht viel anders, auch wenn ich dort teilweise nur Veranstaltungen der Art \u201eEs w\u00e4re sch\u00f6n, wenn es passt\u201c hatte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Start war am Donnerstag Mittag mit einer fast staufreien Fahrt. Nach Ankunft im Hotel und dem Beziehen des Zimmers stand der erste Punkt auf dem Plan, die Karten\u00fcbergabe an Freunde aus Hannover, die bereits am vorhergehenden Wochenende angereist waren, um etwas mehr Zeit f\u00fcr die sch\u00f6nen Pl\u00e4tze in Leipzig zu haben. Am Treffpunkt der La Petite Absintherie fand leider gerade eine Lesung statt, weswegen dort kein Pl\u00e4tzchen zu finden war. Wir wechselten dann zur Sixtina und nahmen im Hof Platz, w\u00e4hrend dort flei\u00dfig aufgebaut wurde f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage. Nach einem angenehmen Plausch schauten wir an der B\u00e4ndchenausgabe am Hauptbahnhof vorbei. Nach Erblicken der Schlange spekulierten wir schon, ob die Container diesmal woanders stehen, wie sich aber zeigte, lief die Schlange komplett durch den Park, und das, was wir erblickten, war das hintere Drittel der Warteschlange wieder zur\u00fcck durch den Park. Die Wartezeit d\u00fcrfte wohl in etwa zwei Stunden sein. Wir entschieden uns dann, einen Italiener aufzusuchen, um etwas zu essen und dann den ersten Programmpunkt zum romantischen Er\u00f6ffnungstanz der Blauen Stunde am Parkschl\u00f6\u00dfchen anzugehen. Die Organisatoren dieser Veranstaltung au\u00dferhalb der WGT-Orga kenne ich schon seit meinem ersten WGT im Jahr 2003. Jeder bringt Speis und Trank sowie ein Grablicht zum Ausleuchten der Tanzfl\u00e4che mit. Direkt nach der Ankunft begann auch schon das ausgiebige Begr\u00fc\u00dfen mit all den WGT- und Kreuzm\u00fchlen-Bekanntschaften. Auf dem Weg zur Wiese, welche f\u00fcr Neulinge schwierig zu findenden ist, f\u00fchrte ich noch einige verirrten schwarzen Seelen auf den rechten Pfad zur\u00fcck. Ich war angekommen in dieser wunderbaren Welt des WGT, machte noch eine neue Bekanntschaft und versank in Gespr\u00e4chen, unterbrochen durch ein paar T\u00e4nze auf der Wiese. So gegen 3 Uhr wurde es mir dann doch zu k\u00fchl und zu meiner Freude haben die Taxi-Fahrer mittlerweile auch von dieser Veranstaltung erfahren, so dass mir der weite Weg zum Taxi-Stand des Agra-Gel\u00e4ndes erspart blieb. Den zus\u00e4tzliche Nachtverkehr der LVB zum WGT gibt es leider erst ab Freitag.<\/p>\n<p>Der Freitag wurde dann am fr\u00fchen Nachmittag er\u00f6ffnet mit dem Weg zur Moritzbastei. Die dortige B\u00e4ndchenausgabe ist den meisten sporadischen Besuchern unbekannt, weswegen ich mein B\u00e4ndchen ohne Warten erhielt. Im letzten Jahr hatte ich f\u00fcnf Leute vor mir. Bereits auf den Weg zur Moritzbastei begegnete ich schon einem P\u00e4rchen, mit dem ich am Vorabend beim Italiener ein paar Worte gewechselt hatte. Das Gespr\u00e4ch vom Vorabend wurde noch ein wenig fortgesetzt bei dieser Gelegenheit. Nach dem ich das B\u00e4ndchen am Arm hatte, erfolgte der obligatorische Besuch des Mittelaltermarkts auf der Moritzbastei. Insbesondere ein Schmuckstand hat es mir dort angetan, und ich wurde auch in diesem Jahr ein wenig mehr Geld los, da mir ein Ring besonders zusagte.<\/p>\n<p>Das Konzertprogramm am Freitag startete dann klassisch mit der WGT-Musikkammer zusammen mit Freunden in der Alten B\u00f6rse. Dargeboten wurden St\u00fccke von Robert Schumann mit Posaune und Klavier. Eine sch\u00f6ne Einstimmung, auch wenn mich ein Hustenreiz qu\u00e4lte. Direkt im Anschluss ging es in die Sixtina zum Konzert von Schattenkinder. Einer der K\u00fcnstler dieser Band aus Leipzig und Dresden ist mir seit meinem ersten WGT pers\u00f6nlich bekannt. Sie lieferten ein solides Konzert aus dem Bereich Dark Wave\/Heavenly Voices ab, genau wie ich es von ihnen auch erwartet hatte.<\/p>\n<p>Das anschlie\u00dfende Programm fand im Schauspielhaus statt, beginnend mit Jordan Reyne. Ich hatte sie bereist vor zwei Jahren erleben d\u00fcrfen und konnte mich auch in diesem Jahr \u00fcber ihren Witz und ihren Akzent am\u00fcsieren. Mit einem Looper, einer Gitarre und ihrer herrlichen Stimme legte sie wieder ein erfrischendes Folk-Konzert hin. Leider konnte ich sie durch die merkw\u00fcrdige B\u00fchnenbeleuchtung nicht richtig sehen, genau wie sie auf der B\u00fchne die Schalter ihres Loopers nicht richtig sehen konnte. So hatte sie zwischen den St\u00fccken teilweise etwas mehr Zeit f\u00fcr einen ihre witzigen Kommentare. Diese merkw\u00fcrdige Beleuchtungstechnik, bei der das Publikum geblendet wird und die K\u00fcnstler nur schemenhaft zu erkennen sind, zog sich leider durch das komplette WGT, mit Ausnahme der B\u00fchne im Heidnischen Dorf.<\/p>\n<p>Das folgende Konzert von Lisa Cuthbert hat mich dann leider ein wenig entt\u00e4uscht. Ich hatte einfach mehr von ihr erwartet, als sie auf der B\u00fchne zeigen konnte, auch wenn das Konzert nicht schlecht war. Vielleicht lag es an der dunklen B\u00fchnenbeleuchtung oder der nicht zum Klavierspiel passenden Video-Projektion \u00fcber die uns\u00e4glichen Abgr\u00fcnde menschlichen Handelns in irischen Waisenh\u00e4usern der r\u00f6mischen G\u00f6tzenanbeter, welche von sich behaupten, das Christentum zu vertreten. Vielleicht passte auch einfach meine Stimmung nur gerade nicht zur Musik. Da konnte auch eine Cover-Version von dem altbekannten St\u00fcck \u201eThis Corrosion\u201c nicht helfen.<\/p>\n<p>Im Anschluss ging es zum Dunkelromantischen Tanz in das Stadtbad. Der Veranstaltungsort war neu im WGT-Programm, die WGT-Schnitzeljagd verlief aber aufgrund meiner Vorbereitung ohne gro\u00dfe Probleme. Das habe ich auch schon anders erlebt. Unterwegs habe ich noch einen Bekannten aus den letzten Jahren getroffen, der das gleich Ziel hatte. Die DJs waren leider wie im Vorjahr nicht so ganz nach meinem Geschmack. Ich erwarte etwas mehr als Neofolk und ein paar Sachen, die ich nicht so genau definieren kann. Im n\u00e4chsten Jahr werde ich diese beiden DJs wohl lieber meiden und zu Wave und Postpunk auf der \u201eWhen we where young\u201c-Party tanzen, auch wenn ich mich immer zwischen all den Iros und Postpunkern etwas fehl am Platze vorkomme. Die Musik aus meiner Jugend gef\u00e4llt mir trotzdem.<\/p>\n<p>Der Samstag war ein typischer Tag zum Zerrei\u00dfen, weil mich musikalisch zu viel reizt und weil nat\u00fcrlich die Orga alles \u00fcber die Spielorte verteilt und ein Wechsel zwischen den Spielorten nicht mehr passt. Gestartet wurde wie bereits am Freitag mit der WGT-Musikkammer und Werken von Rachmaninov, Pogatschar und Debussy. Wie am Vortag nervte auch ein trockener Husten, dessen Unterdr\u00fcckung die Sache nicht besser machte. Alles im Allen aber wieder eine sch\u00f6ne besinnliche Einstimmung auf den Tag. Es folgte nach einer kleinen St\u00e4rkung Luigi Rubino im Schauspielhaus. Ich hatte mich bereits beim Vorh\u00f6ren f\u00fcr seine Tastenk\u00fcnste begeistern k\u00f6nnen, was im Konzert nicht anders war. Eine wirklich lohnenswerte Darbietung an diesem Tag. Eigentlich h\u00e4tte mich an diesem Tag auch noch Evi Vine im Schauspielhaus interessiert, was sich aber leider aufgrund des Restprogramms nicht einrichten lie\u00df.<\/p>\n<p>Es ging weiter zum Stadtbad zu Minuit Machine. Im Stadtbad gab es dann erst einmal vielf\u00e4ltige Begr\u00fc\u00dfungen mit Bekannten aus Hannover, Frankfurt und Dresden. Minuit Machine haben mich dann richtig mitgenommen, ein Live-Konzert mit viel Druck, wenn auch hier das Licht ein wenig st\u00f6rend war. Ich h\u00e4tte gern mehr von der Band gesehen und nicht erst kurz vor den romantischen N\u00e4chten, als mir die K\u00fcnstlerinnen \u00fcber den Weg liefen. Auf jeden Fall eine Band, die bald meine CD-Sammlung bereichern wird.<\/p>\n<p>Weiter ging es in Richtung Heidnisches Dorf am D\u00f6litzer Torhaus. Gut, dass die 11er-Linie auch am Stadtbad verkehrt. Als ich im Heidnischen Dorf ankam, hatten Euzen gerade ihr erstes St\u00fcck angefangen. Schon beim N\u00e4hern der B\u00fchne war ich entsetzt von der Stimme der S\u00e4ngerin. Die Studio-Versionen der St\u00fccke haben mir besser gefallen. Zus\u00e4tzlich fand ich vor der B\u00fchne durch mein sp\u00e4tes Kommen keinen guten Stehplatz, auch nach einen Wechsel durfte ich Gespr\u00e4chen zuh\u00f6ren, denen ich nicht zuh\u00f6ren wollte. Ein leidiges \u00dcbel bei Konzerten im Heidnischen Dorf, weswegen ich es auch gerne meide. An diesem Tag hatte ich den Weg gewagt als Entscheidungshilfe f\u00fcr den Montag, um zu wissen, ob ich nun Qntal oder Milar Mar h\u00f6ren soll. Damit stand fest, das ich das Konzert von Qntal am Montag setzen werde.<\/p>\n<p>Zum Abschluss ging es zur\u00fcck zum dunkelromantischen Tanz mit Zinsi und Spinne, auch wenn mich erst noch Agent Side Grinder erwartete, da das Konzert noch nicht zu Ende war. Das, was ich noch mitbekomme habe, war doch recht druckvoller Wave und EBM, vielleicht h\u00e4tte ich fast den ganzen Tag im Stadtbad verbringen sollen, aber Automelodi sagte mir nicht zu. Zum Tanz gab es viele angenehme Unterhaltungen mit WGT- und Kreuzm\u00fchlen-Bekanntschaften der letzten Jahre und immer wieder gern geh\u00f6rte Musik, die es in der Form nur auf diesen Veranstaltungen des WGT gibt. \u00c4rgerlich war nur das fr\u00fche Ende der Veranstaltung kurz nach vier Uhr. Mitten in \u201eLove me to the End\u201c von Deine Lakaien wurde die Musik abgedreht. Der DJ entschuldigte sich noch, dass er das Ende auch unvorbereitet erfahren hat, und k\u00fcndigte Gespr\u00e4che mit der Orga an. In den letzten Jahren war eigentlich nie vor sechs Uhr Schluss. Auf dem Weg zum Hotel traf ich in der Stra\u00dfenbahn noch Frank von der Blauen Stunde und konnte ein wenig ungest\u00f6rt mit ihm reden, wie auch mit anderen WGT-Besuchern, die das fr\u00fche Ende nicht so ganz verstanden haben. Immerhin gab es schon eine Stra\u00dfenbahn, auch wenn die nicht ganz die Linie zu meinen Hotel fuhr und noch etwas Fu\u00dfweg anstand.<\/p>\n<p>Ein Gutes hatte des fr\u00fche Ende aber, ich hatte etwas mehr Schlaf bekommen, weil der WGT-Sonntag um 12 Uhr in der Sixitina startete. Dort spielten Liljana aus Leipzig auf. Eigentlich mag ich keine Metal-Musik, nur hat mich die Stimme der S\u00e4ngerin so begeistert. Dies war live auch der Fall. Wenn der Rest der Band dann noch andere Musik spielen w\u00fcrde, dann w\u00e4re ich noch zufriedener gewesen. Aber die Stimme war auf jeden Fall h\u00f6renswert und hat noch viel Potential.<\/p>\n<p>Es kam dann doch ein ziemlicher musikalischer Kontrast, wie man ihn bislang nur auf dem WGT erlebt habe, die WGT-Musikkammer in der Alten B\u00f6rse. Bauwien van der Meer (Sopran), Annedee Jaeger (Gitarre) und Joris van Haaften (Cello) spielten Werke von Hanns Eisler in eigener Bearbeitung. Die Texte von Hanns Eisler sind im Exil entstanden, da er als Jude vor den Nationalsozialisten fliehen musste. In Bezug auf die Zeit der Entstehung sind die Texte sehr politisch und regten auch zum Nachdenken \u00fcber diese Zeit in Deutschland an. Ein Konzert, das mir vom textlichen Inhalt und auch der Darbietung sehr gut gefallen hat.<\/p>\n<p>Im Anschluss ging es f\u00fcr mich zur Kuppelhalle des Volkspalasts, mit einem kurzen Abstecher im Hotel wegen des fehlenden G\u00fcrtels und des deshalb rutschenden Rocks. Dort stand Ash Code auf dem Plan. Ich wollte fast schon die Anfahrt wegen der ziemlich knappen Zeit abbrechen, meine Entscheidung wurde dann aber durch die au\u00dfer Fahrplan fahrenden 31er-Linie gestoppt, welche gerade um die Ecke kam. Die Band fing schon an zu spielen, als ich noch in der Einlassschlange vor dem Volkspalast stand. Aus irgend einen Grund gibt es an diesem Spielort die h\u00e4rtesten Einlasskontrollen, die sich obendrein meist auch noch zur \u00d6ffnung verz\u00f6gern. In der Schlange traf ich auch noch einen Bekannten aus dem Rheinland. Ash Code selber boten ein gutes Wave-Konzert. Die aktuellen St\u00fccke aus dem Wave-Bereich sind wirklich h\u00f6renswert. Es w\u00e4re auch sch\u00f6n, wenn man sie auf den Partys in Braunschweig auch zu Geh\u00f6r bekommen w\u00fcrde, und nicht nur immer die gleichen abgenudelten Klassiker. Leider konnte ich das Konzert nicht ganz h\u00f6ren, da im Schauspielhaus ein nachtr\u00e4gliches Kommen zum Konzert aufgrund der Bestuhlung etwas schwierig ist.<\/p>\n<p>Der Weg zum Schauspielhaus klappte besser als gedacht, f\u00fcr die letzten 100 Meter zur Stra\u00dfenbahn musste ich den Rock hochnehmen und einen Sprint einlegen, weil zuf\u00e4lligerweise gerade eine Stra\u00dfenbahn au\u00dferhalb des Fahrplans verkehrte. Das wurde irgendwie zu einem Ph\u00e4nomen an diesem Tag. 30 Minuten zum Schauspielhaus ist wirklich fix. Im Schauspielhaus erwartete mich Jo Quail. Die Frau mit ihrem elektronischen Kontrabass und einer Loop-Maschine liefert einfach wunderbare Live-Konzerte ab, wie auch dieses Mal. Ihre B\u00f6gen l\u00f6sten sich nach und nach auf und ich genoss diese wunderbare sich aufbauende Musik. Wenn ich blo\u00df noch mehr gesehen h\u00e4tte, aber das Licht war wirklich in diesem Jahr eine Katastrophe, auch f\u00fcr die K\u00fcnstler, die im Halbdunklen die richtigen Taster der Loop-Maschine erwischen mussten. Schade, dass diese Atmosph\u00e4re, welche Jo Quail live hat, nicht auf den CDs zu h\u00f6ren ist.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes Konzert war Ashram vorgesehen. Die auf Jo Quail folgende Band OWLS wurde f\u00fcr ein vern\u00fcnftiges Essen bei einem Inder in der N\u00e4he zusammen mit Freunden genutzt. Die Musiker von Ashram waren, so weit ich es erkennen konnte, die gleichen wie bei Luigi Rubino, nur dass es bei Ashram noch eine Tanz-Performance gab. Das war mir im Voraus gar nicht aufgefallen. Eigentlich sollte Ashram auch einen orientalischen Touch haben, daf\u00fcr h\u00e4tten sie aber schon eine andere Tonart spielen m\u00fcssen. Die T\u00e4nzerinnen waren nat\u00fcrlich durch das Licht auch nicht richtig zu sehen und ich vermochte auch nicht die Choreographie auf die Musik abzubilden. Insofern ein entt\u00e4uschendes Konzert, von dem ich mehr erwartet hatte. Die n\u00e4chste Entt\u00e4uschung folgte mit Unto Ashes, einer Band, die ich eigentlich sehr gerne h\u00f6re. Das ganze Konzert kam mir wie eine Konserve von dem Konzert vor, das ich das letzte Mal von ihnen live erlebt habe. Keine neuen St\u00fccke, die gleichen Jokes und auch die gleiche Setlist. Das muss eigentlich nicht sein f\u00fcr eine Band, die wesentlich mehr St\u00fccke in petto hat. Vielleicht war ich aber auch bereits zu m\u00fcde f\u00fcr das dunkel ausgeleuchtete Schauspielhaus. Das fr\u00fche Aufstehen forderte Tribut.<\/p>\n<p>Die Nacht war trotz meiner M\u00fcdigkeit noch lang, da der G\u00f6ttertanz mit Tom Manegold im Stadtbad stattfand. Die Musik von ihm war wie immer beim G\u00f6ttertanz einfach nur g\u00f6ttlich. An den Teppichboden im Stadtbad habe ich mich langsam gew\u00f6hnt und ich habe noch neue Bekanntschaften gemacht. Leider h\u00e4tte ich mich gerne noch etwas l\u00e4nger mit der Norwegerin unterhalten, was aber leider nicht klappte. Das werde ich dann im n\u00e4chsten Jahr fortsetzen, mit Namen f\u00e4llt das aufeinander Zugehen auch leichter. Die Party ging nur bis sechs Uhr in der Fr\u00fche. Ich h\u00e4tte liebend gerne noch l\u00e4nger gemacht. Tom Manegold mit seinem G\u00f6ttertanz ist einfach eine Klasse f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Nach der langen Nacht durfte es auch etwas sp\u00e4ter am Montag losgehen. Ein absoluter Horrortag f\u00fcr die Programmgestaltung, vier meiner Sachen, die ich h\u00f6ren wollte, spielten in einer Art und Weise, dass ich mich entscheiden musste. Ich hatte mich dazu entschieden, die Planungen so zu gestalten, dass ich Qntal h\u00f6ren konnte. Der einzige Haken an der Sache: Die Konzerte, welche vor Qntal im Schauspielhaus liefen, interessierten mich nicht. Aus Erfahrung wei\u00df ich, dass es nicht ausreichend ist, erst zu Qntal zu kommen, dann steht man vor der T\u00fcr und kommt nicht mehr herein. Ich wollte nur teilweise in den sauren Apfel bei\u00dfen und wollte den Gig von Die Kammer vorher im Schauspielhaus noch mitnehmen.<\/p>\n<p>Mein erster Punkt auf dem Plan fand erst um 16 Uhr statt, so dass ich mich zun\u00e4chst noch mit Freunden traf. Sie wollten noch einen kleinen Bastelladen besuchen, der an diesem Tag die Hintert\u00fcr ge\u00f6ffnet hatte. Ich war schon sehr erstaunt \u00fcber das Sortiment, was ich von den Braunschweiger Bastell\u00e4den in der Form nicht kenne. Es gibt doch immer wieder etwas zu entdecken. Danach gab es dann die ersten Abschiede, da sich bis auf meine Mitfahrer die ersten aus dem Freundeskreis auf den Weg nach Hause machten. Nach einem kurzen Imbiss startete das Programm dann mit D\u00fcsterpiano in der Sixtina. Irgendwie habe ich bislang in keinem Jahr so viele Konzerte in der Sixtina geh\u00f6rt wie in diesem Jahr. D\u00fcsterpiano war mir bei der Vorbereitung aufgrund der Spielweise auf dem Klavier aufgefallen. Ein sehr sch\u00f6nes Konzert auf dem E-Piano und ich habe mich k\u00f6stlich am\u00fcsiert \u00fcber die Bewegungen, die der K\u00fcnstler beim Klavierspielen machte. Running Gag war das Mikrofon, was immer wieder nach einer Ansage in seinen Bewegungsbereich schwenkte und erst noch einmal arretiert werden musste. Das war aber eher ungeplant und seiner etwas konfusen Art geschuldet. Auf jeden Fall ist D\u00fcsterpiano mit eine der Neuentdeckungen f\u00fcr mich in diesem Jahr und die CD war schon in der Hot Rotation. Selten erlebt man so ein Klavierspiel von jemanden, den man am ehesten im Metal-Bereich vermuten w\u00fcrde, alleine schon vom Auftreten und Aussehen.<\/p>\n<p>Leider musste aufgrund eines Starkregens das Konzert vorzeitig beendet werden, wobei der K\u00fcnstler kurz vorher noch erw\u00e4hnte, dass seine Musik so d\u00fcster ist, dass sich auch der Himmel verfinstert. W\u00e4hrend des letzten St\u00fccks wurde durch die Techniker der Sixtina das B\u00fchnen-Equipment schon gegen den Regen gesichert, aber irgendwann war der Punkt gekommen, an dem theoretisch auch das Klavier h\u00e4tte anders gestellt werden m\u00fcssen. Ein Regentag ist leider fast Standard auf dem WGT, auch wenn ich bislang selten davon direkt betroffen war. Eigentlich wollte ich zu Otto Dix in den Felsenkeller, aufgrund des schlechten Wetters habe ich von dem Weg Abstand genommen. Ein Notprogramm musste her, was ich mit dem Alten Landratsamt in der N\u00e4he des Hauptbahnhofs fand. Auf dem Weg dorthin bin ich beim Warten auf nachlassenden Regen (immerhin wurde es hinten heller) noch ins Gespr\u00e4ch mit anderen Besuchern gekommen, die auf dem diesj\u00e4hrigen 24. WGT das 24. Mal dabei waren. Nicht die Ersten der ersten Stunde, welche ich in Leipzig kennen gelernt habe. Aber die elf Jahre werde ich wohl nicht aufholen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Alten Landratsamt erwarteten mich zun\u00e4chst Spiral 96. Die Jungs haben mich doch ziemlich \u00fcberrascht, insbesondere, weil ich sie gar nicht auf dem Plan hatte. Ein ziemlich druckvolles Konzert erwartete mich, bei dem sie oldschool-m\u00e4\u00dfig Wave mit ihren Gitarren auf die B\u00fchne brachten. Nicht das erste Mal, dass ich vom Notprogramm \u00fcberrascht wurde. Die nachfolgende Band The Essence fand nicht mein Geschmack und ich habe mich dann zur geplanten Zeit auf den Weg ins Schauspielhaus gemacht. Das Konzert von Sea + Air h\u00e4tte kurz vor dem Ende stehen m\u00fcssen, als ich dort eintraf, ich schaute mir die Schlangenl\u00e4nge vor dem Schauspielhaus an und habe mich dann zur n\u00e4chsten Programm\u00e4nderung entschieden. Die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen Einlass war mir dann doch zu gering, als dieses Risiko einzugehen, an diesem Abend nichts mehr zu schaffen aufgrund der langen Wege und der Termine der einzelnen Konzerte. Trotz des Wetters dann also Open Air.<\/p>\n<p>Ich habe dann kurz im Hotel gestoppt, um Regenschutz und Verpflegung f\u00fcr den Abschlusstanz der Blauen Stunde mitzunehmen. Die Verpflegung wurde dann bei einem kurzen Stopp an der Bornaischen Strasse eingelagert und ich machte mich dann auf den Weg zum Heidnischen Dorf. Haggard war die erste Band, die mich dort erwartete. Auch wenn ich kein Fan von Metal bin, mag ich Haggard sehr gerne von Zeit zu Zeit h\u00f6ren. Sie spielten wie gewohnt einen guten Gig, dabei spielten sie erwartungsgem\u00e4\u00df die bei einem Haggard-Auftritt zu erwartenden St\u00fccke. Zum Beginn des Konzerts musste ich leider auch meine Regensachen \u00fcberstreifen, weil der Regen wieder st\u00e4rker einsetzte. Der Regen h\u00f6rte dann auch p\u00fcnktlich zum Ende des Konzerts auf und meinen Augen waren noch ganz. Es gibt immer wieder Leute, die in so einer dicht gedr\u00e4ngten Masse zum Regenschirm greifen. Das kam bei allen umstehenden Personen nicht besonders gut an.<\/p>\n<p>Nach Haggard fand ich Zeit, um noch ein wenig \u00fcber den Markt zu schauen. Besonders wichtig war noch eine Kleinigkeit zum Essen. Es gibt dort zwar viel Speis und Trank, aber wie es auf Mittelalterm\u00e4rkten so ist, sollten auch keine Anspr\u00fcche gestellt werden. Bei meinen Unvertr\u00e4glichkeiten ist es nur immer etwas problematisch. Ziemlich p\u00fcnktlich konnte dann das Konzert von Mila Mar starten, das abschlie\u00dfende Highlight meines diesj\u00e4hrigen WGTs. Trotz der technischen Problem w\u00e4hrend des Konzerts, als vom Synth kein Signal mehr am Mischpult ankam, war es wirklich ein wunderbares Konzert zum Tr\u00e4umen zur sch\u00f6nen Musik von Mila Mar, die ihren ersten Auftritt seit 10 Jahren meisterten. Daneben war es mir auch noch gelungen, einen Platz zu finden, an dem alle um mich herum sich f\u00fcr das Konzert interessierten und nicht die ganze Zeit am Reden waren. Ich bin schon auf weitere Konzerte von Mila Mar gespannt und ob sie irgendwann eine neue CD in Angriff nehmen werden.<\/p>\n<p>Zum Ausklang ging es dann zur\u00fcck in die Bornaische Strasse zur Blauen Stunde. Es gab wieder viele interessante Gespr\u00e4che mit Bekannten und Unbekannten, wobei es auch immer wieder erstaunlich ist, wenn sich herausstellt, dass man die gleichen Leute in Braunschweig kennt, obwohl der Gespr\u00e4chspartner gerade aus M\u00fcnchen ist. Die Welt ist immer wieder klein. So gegen drei Uhr morgens war ich des Philosophierens m\u00fcde und der Wein geleert, so dass ich mich auf den Weg zur\u00fcck ins Hotel machte. Bis 11:00 sollte man schlie\u00dflich das Zimmer verlassen haben und als Fahrer sollte ich halbwegs ausgeschlafen und n\u00fcchtern sein. Vielleicht sollte ich doch \u00fcber eine R\u00fcckfahrt am Mittwoch nachdenken, wie es Bekannte machen, um die Blaue Stunde bis zur morgendlichen blauen Stunde genie\u00dfen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Vor der R\u00fcckfahrt habe ich mich noch mit meinen Mitfahren in der Le Petite Absintherie getroffen, was etwas l\u00e4nger gedauert hat als gedacht. Die R\u00fcckfahrt f\u00fchrte mich dann \u00fcber verschlungene Wege in Halle \u00fcber Nordhausen und Braunlage zur\u00fcck nach Braunschweig, da auf der A14 mit zwei Staus und einer Vollsperrung vor mir das Chaos ausgebrochen war. Interessant war der Zwischenstopp auf einen Milchkaffee in Braunlage in einem etwas urigen Kaffee. Ein Kulturschock nach den Tagen in Leipzig (&#8230; und auch f\u00fcr die anwesenden G\u00e4ste). Dort lagen einige B\u00fccher aus und direkt neben mir lag eine M\u00e4rchenbuchsammlung mit dem Namen \u201eDie Schwarze Spinne\u201c. Komischerweise war mir der in dem Buch enthaltende namensgebende Titel direkt vor dem WGT schon \u00fcber den Weg gelaufen in Form der Novelle \u201eDie Schwarze Spinne\u201c von Jeremias Gotthelf. Ich kam dann nicht umhin, mir diesen Werk zu besorgen, und ich habe seit langem nicht mehr ein Buch so verschlungen, was alleine schon an der lebendigen Sprache aus dem 19. Jahrhundert liegt.<\/p>\n<p>Trotz einiger Unannehmlichkeiten und den teilweise nicht so gut empfundenen Konzerten hat sich das WGT 2015 auf jeden Fall wieder gelohnt. Das Zimmer f\u00fcr das n\u00e4chste Treffen 2016 ist bereits gebucht. Bis dahin habe ich dann Zeit, den Fingerzeig mit dem Buch \u201eDie Schwarze Spinne\u201c in meinem Leben Eingang finden zu lassen und vielleicht auch einmal den Umstand zu \u00e4ndern, dass ich in Leipzig wesentlich besser vernetzt bin als an dem Ort, an dem ich die Zeit zwischen diesen Zeiten der erlebnisreichen Welt WGT verbringe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Olaf Maibaum (28.06.2015) Wie jedes Jahr stand zu Pfingsten in meinem Kalender das Wave Gotik Treffen in Leipzig an. Vorab noch ein paar Worte zum WGT. Es gibt nicht \u201edas\u201c WGT, sondern nur das WGT, was jeder f\u00fcr sich &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ruckblick-wave-gotik-treffen-in-leipzig-vom-22-bis-25-mai-2015\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,7,14],"tags":[],"class_list":["post-1376","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besonderes","category-buhne","category-konzert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1376","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1376"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1376\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1387,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1376\/revisions\/1387"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1376"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1376"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1376"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}