{"id":1335,"date":"2015-06-06T12:43:12","date_gmt":"2015-06-06T10:43:12","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1335"},"modified":"2015-06-06T19:16:16","modified_gmt":"2015-06-06T17:16:16","slug":"code-37-staffel-2-b-2011edelmotion-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/code-37-staffel-2-b-2011edelmotion-2015\/","title":{"rendered":"Code 37: Staffel 2 \u2013 B 2011\/Edel:Motion 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1336\" title=\"Code 37 - Staffel 2\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Code-37-Staffel-2.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"141\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (06.06.2015)<\/p>\n<p>Die zweite Staffel der Belgischen TV-Serie \u201eCode 37\u201c schl\u00e4gt diverse andere Richtungen ein, verglichen mit der ersten: mehr Humor, mehr Explizit\u00e4t, mehr Gewalt, mehr Nacktheit, mehr Gewicht auf die Rahmenverschw\u00f6rung, komplexere F\u00e4lle. Nicht jeder dieser Aspekte ist positiv, wenngleich das der hohen Qualit\u00e4t dieser Serie an sich keinen Schaden zuf\u00fcgt. Da die Serie im Sittendezernat spielt, sind die geschilderten Sachverhalte in vielerlei Hinsicht schwerer Stoff, sei es in Sachen Gewalt gegen andere oder in Bezug auf die psychischen Folgen solcher Erlebnisse. Die Serie punktet mit den vierk\u00f6pfigen Ermittlerteam, dessen Mitglieder in ihrer Verschrobenheit sehr liebensw\u00fcrdig sind, und mit einer eigenen angenehm \u00e4sthetischen Bildsprache.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Anhand der vier Ermittler ziehen die Serienmacher eine scharfe Grenze: In einer Bar eine Frau aufrei\u00dfen, sexuelle Phantasien mit dem Nachbarn, promiske Unentschiedenheit in der sexuellen Ausrichtung, das ist alles normal und bedarf keiner moralischen oder gar polizeilichen Verurteilung. Doch die F\u00e4lle, mit denen die Kriminalbeamten betreut sind, verdeutlichen deren eigene Moralit\u00e4t, die sie damit auch auf den Betrachter \u00fcbertragen: Alles dar\u00fcber hinaus, gegen der Willen anderer oder mit Gewalt Erzwungenes ist mitnichten cool, vertretbar, entschuldbar, sondern einfach mal rettungslos schei\u00dfe. Sie stehen oft fassungslos vor den T\u00e4tern, die sich keiner Schuld bewusst sind und ihre Untaten auch noch rechtfertigen. Solches tun nicht ausschlie\u00dflich M\u00e4nner; einmal ist es eine 50-J\u00e4hrige, die einen Minderj\u00e4hrigen verf\u00fchrt und in den Suizid treibt.<\/p>\n<p>Diese Episode geh\u00f6rt noch zu den harmloseren. In anderen werden Missbrauchsopfer in Gruppenvergewaltigungen verst\u00fcmmelt und get\u00f6tet, wird eine Domina mit einem Messer geritzt, wird eine Prostituierte die Treppe heruntergesto\u00dfen, vergreift sich ein Serienvergewaltiger in deren Zuhause an Frauen, wird eine Frau beim Sexvideodreh erw\u00fcrgt. Gerne f\u00e4llt im Zusammenhang mit solchen Darstellungen die Wendung von den \u201emenschlichen Abgr\u00fcnden\u201c, in die man da zu blicken hat, und mit denen auf schockierende Weise ein Kontrast zur Normalit\u00e4t hergestellt wird. Doch war der Betrachter in der ersten Staffel noch vornehmlich auf seine Phantasie angewiesen, um die Abnormit\u00e4ten zu erfassen, sind sie in der zweiten Staffel unn\u00f6tigerweise viel deutlicher zu sehen. Dieser Umstand steht im krassen Kontrast zu dem Bestreben, die T\u00e4ter als das stehen zu lassen, was sie sind, n\u00e4mlich mindestens Arschl\u00f6cher, denn eine solche Darstellung grenzt unter Umst\u00e4nden an Verherrlichung. Nicht ohne Grund ist diese Staffel erst ab 18 Jahren freigegeben.<\/p>\n<p>Etwas deplatziert ist bisweilen auch die Tendenz, Chefin Hannah Maes h\u00e4ufiger nackt zu zeigen oder ihre Sexphantasien ausgiebig zu visualisieren. Ebenso unangemessen sind vermeintlich humorige Zungenk\u00fcsse zwischen Hannah und ihrem Macho-Kollegen Bob de Groof oder der erwischte Waschkauensex zwischen ihrem Mitarbeiter Kevin Desmet und einer Kollegin. Gelegentlich unwohl f\u00fchlt man sich als Betrachter, wenn die drei sehr verschiedenen M\u00e4nner des Teams insbesondere mit Blick auf sexuelle Themen miteinander aufs Fieseste frotzeln; indes halten die vier Polizisten extrem zusammen, sobald Keile von Extern zwischen sie getrieben werden, und das macht sie ausgesprochen sympathisch.<\/p>\n<p>Parallel zu den Episodenf\u00e4llen ermittelt Hannah in eigener Sache: Ihre Mutter wurde acht Jahre zuvor vor ihren und den Augen ihres Vaters, eines Richters, vergewaltigt; Hannah kommt dahinter, dass ihr verschollener Halbbruder bei einem Geheimdienst in Lohn und Brot stehen muss. Ihr Vater selbst geh\u00f6rt zwar zu denen, die versuchen, die Umst\u00e4nde zu vertuschen, ger\u00e4t aber dennoch selbst ins Fadenkreuz der Verschw\u00f6rer. War diese Rahmengeschichte in der ersten Staffel noch eine dezente Beigabe, nimmt die jetzt einen gro\u00dfen Anteil der Serie ein. Das ist nicht unangenehm, da sie, anders als in Staffel eins, nicht mehr nur aus ewigen Wiederholungen diverser Flashbacks besteht. Hier f\u00fchlt man sich vielmehr an Akte X erinnert.<\/p>\n<p>Dies bisweilen auch visuell, in der Farbgestaltung etwa. Insgesamt findet die Serie dankenswerterweise eine eigene Bildsprache, die das Betrachten eben auch optisch reizvoll macht. Unterschiedliche Orte haben unterschiedliche Licht- und Farb\u00e4sthetik; Hannahs Wohnung ist ganz anders dargestellt als das Polizeigeb\u00e4ude, Hannahs Autofahrten und Waldl\u00e4ufe sind schon filmisch erkennbar, bevor man sie inhaltlich erfasst. Enorm positiv ist etwa auch das wiederkehrende Muster zu Beginn eines Verh\u00f6rs: Man h\u00f6rt Charles Ruiters&#8216; Zippo schnappen, sieht Zigarettenrauch r\u00fcckw\u00e4rts wabern und findet sich schnell geschnitten in einem dunklen Raum wieder.<\/p>\n<p>Der Cliffhanger von Staffel eins wird hier aufgel\u00f6st, und nat\u00fcrlich endet auch diese Staffel mit einem weiteren. In Belgien erschien zwischen dieser und der dritten Staffel ein Kinofilm, der offenbar in der Serienchronologie die ersten beiden Teile der dritten Staffel einnimmt. Sehr schade ist erneut, dass die fl\u00e4mische Tonspur auf den DVDs nicht enthalten ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.06.2015) Die zweite Staffel der Belgischen TV-Serie \u201eCode 37\u201c schl\u00e4gt diverse andere Richtungen ein, verglichen mit der ersten: mehr Humor, mehr Explizit\u00e4t, mehr Gewalt, mehr Nacktheit, mehr Gewicht auf die Rahmenverschw\u00f6rung, komplexere F\u00e4lle. 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