{"id":1329,"date":"2015-06-04T11:27:25","date_gmt":"2015-06-04T09:27:25","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1329"},"modified":"2015-06-04T11:27:25","modified_gmt":"2015-06-04T09:27:25","slug":"violent-femmes-happy-new-year-add-it-up-productions-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/violent-femmes-happy-new-year-add-it-up-productions-2015\/","title":{"rendered":"Violent Femmes \u2013 Happy New Year \u2013 Add It Up Productions 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1330\" title=\"Violent Femmes - Happy New Year\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Violent-Femmes-Happy-New-Year.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"102\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (04.06.2015)<\/p>\n<p>Schon wieder eine Reunion! Das Akustik-Depri-Folk-Party-Punk-Trio Violent Femmes aus Milwaukee beehrt die Menschheit 15 Jahre nach ihrem bis dato letzten Album mit einer neuen Vinyl-12\u201c, ver\u00f6ffentlicht Ende April zum Record Store Day und betitelt nach dem Jahreswechsel, an den zum V\u00d6-Zeitpunkt niemand mehr oder noch niemand wieder denken mag. Mit an Bord sind erneut die Horns Of Dilemma, die bei aller Teenage-Angst-Schwermut schon immer f\u00fcr die musikalischen Pointen im Oeuvre der Gewaltt\u00e4tigen Weichlinge sorgten. Das Ergebnis sind 13 Minuten Akustik-Depri-Folk-Party-Punk in alter Manier und mit neuem humorvollen Ernst. Damit ist diese Reunion zumindest nicht \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Violent Femmes standen schon immer Pate f\u00fcr die Nennung des kleinstnotwendigen Schlagzeugsets: Wo andere Schlaumeier Bassdrum, Snare, Hi-Hat aufz\u00e4hlen, wei\u00df der Checker, dass die wechselnden VF-Drummer \u2013 Victor DeLorenzo, Guy Hoffmann und aktuell Brian Viglione \u2013 mit einer Snare und einem Satz Besen auskommen. Akustisch spielen Bassist Brian Ritchie und Gitarrist Gordon Gano, dessen markante nasal-qu\u00e4kige Stimme bisweilen f\u00fcr die einer Frau gehalten wird. Dieser Basis bleiben die Violent Femmes auch auf \u201eHappy New Year\u201c treu.<\/p>\n<p>Auf den zur\u00fcckliegenden acht Alben machten die Violent Femmes Ausfl\u00fcge in alle m\u00f6glichen Richtungen: Gothic, Gospel, Pop, Glam, Electro. \u201eHappy New Year\u201c schlie\u00dft einen Kreis zum selbstbetitelten Deb\u00fct von 1983: Sobald die Horns schweigen, ist die Musik sehr reduziert, akustisch halt; Ganos Stimme bildet den Kitt zwischen charakteristischen Akustikbassl\u00e4ufen, klaren Akustikgitarrenakkorden und dezenter Percussion. Das Trio beherrscht lateinamerikanische Rhythmen und Walzer, den geradlinigen Viervierteltakt unterf\u00fcttert es unter anderem mit Snarefills. Und mit den Horns, immer wieder. Tiefgestimmte Blasinstrumente, teilweise ohne eine klassische Melodie, und stadiontaugliche Backgroundshouts machen \u201eGood For At Nothing\u201c zum heimlichen Hit dieser EP. Wie immer klingen selbst die fr\u00f6hlichen Melodien nach latenter Depression, etwa im Titellied. \u201eFast Horses\u201c bildet den typischen suizidf\u00f6rdernden Rausschmei\u00dfer. Und mit \u201eLove Love Love Love Love\u201c covern sie einen Musiker namens Jake Brebes im bandeigenen Latinostil.<\/p>\n<p>\u201eHappy New Year\u201c macht Spa\u00df, hat eine hohe Qualit\u00e4t, erfreut den alten Fan, findet sicherlich keinen neuen, ist solide und okay zu besitzen, sieht man vom unversch\u00e4mten Preis ab. Damit bilden die Violent Femmes den mittleren Aspekt der Reunions ab, \u00e4hnlich wie etwa The Wedding Present: Sie kehren zur\u00fcck und verweilen in gleichbleibender Qualit\u00e4t auf ihrer Linie. Den oberen Aspekt darf man von ihnen nicht erwarten, n\u00e4mlich den, nach der Wiedervereinigung pl\u00f6tzlich noch viel relevantere Musik zu machen, wie etwa die Swans. Gottlob sortieren sie sich nicht in die unterste Schublade ein, die der absolut \u00fcberfl\u00fcssigen Reunions mit schlechten neuen Alben, wie bedauerlicherweise bei den Pixies.<\/p>\n<p>Dabei war dies sogar schon die zweite Trennung der Band. Zwischen 1987 und 1988 gab es einen Split, von dem man aber angesichts ausbleibender Ad-hoc-Informationen wie im Internetzeitalter in Europa gar nichts mitbekam. Nach dem Jahr 2000 und dem Album \u201eFreak Magnet\u201c revanchierten sich die Violent Femmes lediglich 2008 mit der wundervollen Single \u201eCrazy\u201c bei Gnarls Barkley, die vorher ihr \u201eGone Daddy Gone\u201c gecovert hatten. Dar\u00fcber hinaus gab es einige Resteverwertungen, ansonsten war Stille angesagt, wo die Musiker sich nicht in eigene Projekten austobten. Bis zu einigen Konzerten vor zwei Jahren, zun\u00e4chst sogar noch mit Ur-Drummer Victor DeLorenzo, den jetzt Brian Viglione von den Dresden Dolls ersetzt. \u00dcber die Zukunft des Trios sagt leider auch jenes selbst zurzeit noch nichts.<\/p>\n<p>Die 12\u201c ist in 180-Gramm-Dichte gepresst und kommt in einer uringelben semitransparenten Farbe, die offiziell \u201echampagne clear\u201c hei\u00dft. Nun denn. Ein Downloadcode liegt bei.<\/p>\n<p>Um \u00fcbrigens mal mit einem weit verbreiteten Irrtum aufzur\u00e4umen: \u201eFemmes\u201c hei\u00dft hier nicht \u201eFrauen\u201c und wird daher auch nicht franz\u00f6sisch \u201efamm\u201c ausgesprochen. Vielmehr spricht man es \u201efemms\u201c aus und meint damit so viel wie \u201eWeicheier\u201c. Mit diesem Hintergrund steht auch das Wort \u201eViolent\u201c, also \u201ebrutal\u201c, \u201egewaltt\u00e4tig\u201c, in einem gegens\u00e4tzlicheren Kontext zu \u201eFemmes\u201c. Besserwissermodus aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.06.2015) Schon wieder eine Reunion! 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