{"id":1308,"date":"2015-05-25T11:59:04","date_gmt":"2015-05-25T09:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1308"},"modified":"2015-05-31T13:43:16","modified_gmt":"2015-05-31T11:43:16","slug":"die-drei-175-schattenwelt-europasony-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/die-drei-175-schattenwelt-europasony-2015\/","title":{"rendered":"Die drei ??? \u2013 175: Schattenwelt \u2013 Europa\/Sony 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1309\" title=\"Die drei Fragezeichen 175 Schattenwelt\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Die-drei-Fragezeichen-175-Schattenwelt.jpg\" alt=\"\" width=\"114\" height=\"100\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1310\" title=\"Die drei Fragezeichen 175 Schattenwelt LP\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Die-drei-Fragezeichen-175-Schattenwelt-LP.jpg\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (25.05.2015)<\/p>\n<p>Die Jubil\u00e4ums-Dreifachfolgen der drei Fragezeichen sind in der Regel um einiges attraktiver als die normalen Folgen, seit die Nummern dreistellig sind. Das ist bedauerlich, weil man sich auch f\u00fcr die normale Serie als Fan der fr\u00fchen Stunden eine dauerhafte Mindestqualit\u00e4t w\u00fcnscht. Dreifach \u00fcberzeugten besonders die Episoden 100, \u201eToteninsel\u201c, und 150, \u201eGeisterbucht\u201c, mit komplexen Handlungen und kompetenz\u00fcbergreifenden Zusammenh\u00e4ngen, abgesehen von tats\u00e4chlichen Abenteuern, die die drei \u00dc40-Teenager zu bestehen hatten. Nummer 125, \u201eFeuermond\u201c, hatte so einige L\u00e4ngen, aber nicht so starke wie die aktuelle Nummer 175, \u201eSchattenwelt\u201c, an der erstmals drei Autoren arbeiteten: Anstatt dass sich ein einzelner eine lange Geschichte ausdachte, liefert hier ein Trio drei aufeinander bauende F\u00e4lle mit einem Gesamtergebnis ab. Die Geschichten sind, um es milde auszudr\u00fccken, ereignisarm.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zuerst die positiven Aspekte: Man kann den drei Ermittlern entspannt dabei zuh\u00f6ren, wie sie sich als Gaststudenten auf einem Unicampus zurechtfinden. Sie meistern jede H\u00fcrde, kommen kaum in Fremdsch\u00e4msituationen und brillieren in jeder noch so verzwickten Lage. Man gleitet so mit ihnen durch die sich wie beil\u00e4ufig aufdr\u00e4ngenden R\u00e4tselhaftigkeiten. Da gab es in der DDF-Historie schon ganz andere Gelegenheiten, in denen sich die jungen Detektive in f\u00fcr sie fremden Situationen zun\u00e4chst als rettungslose Trottel verhielten. Nat\u00fcrlich f\u00f6rdert es die Identifikation des H\u00f6rers mit den Charakteren, wenn sie Schw\u00e4chen offenbaren, aber mit \u00fcbert\u00f6lpelten Ahnungslosen mag man sich nicht so recht dauerhaft anfreunden. Ein Mindestma\u00df an Souver\u00e4nit\u00e4t tut den Figuren gut, sofern es im halbwegs realistischen Rahmen bleibt und nicht die Grenze zum Superhelden sprengt. Kann man durchaus schriftstellerisch bew\u00e4ltigen, den Spagat, die Aufgabe d\u00fcrfte also auch f\u00fcr die Autoren der Serie nicht allzu schwer sein.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Abenteuer gibt es in der \u201eSchattenwelt\u201c nicht zu erleben, denn ein Unicampus bietet daf\u00fcr nicht ausreichend Raum, jedenfalls nicht oberirdisch. So kommt es auch, dass die drei Fragezeichen sowohl in die F\u00e4lle als auch in deren L\u00f6sungen problemlos und zuf\u00e4llig hineinstapsen. Gro\u00dfe Ermittlungsaktivit\u00e4ten sind kaum vonn\u00f6ten, es reichen Beschattungen und Durchsuchungen. Die Jungs vom Schrottplatz suchen einen Endgegner namens \u201eTeumessischer Fuchs\u201c, den sie am Ende jeder Episode enttarnt zu haben glauben und der doch bis zum letzten Einsatz auf sie lauert. So recht angsteinfl\u00f6\u00dfend gebiert sich der aber nicht: Er ist kein Keyser S\u00f6ze, kein Fant\u00f4mas, sondern eher ein Schwarzer Mann, vor dem \u00e4ltere Studenten verschw\u00f6rerisch den Nachwuchs warnen.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Ermittlungen ist das seltsame Verhalten von Bobs Vater, der an der entsprechenden Uni ebenfalls studierte und seinen Spr\u00f6ssling mit kryptischen Aussagen neugierig macht. Die Seltsamkeiten, die den dreien aus Rocky Beach an der Uni begegnen, scheinen nicht so r\u00e4tselhaft zu sein, dass sie ihnen sofort nachgehen, etwa in der Luft stehende V\u00f6gel oder Raubtierbr\u00fcllen ohne Quelle, sondern sie ermitteln nach der H\u00e4lfte des ersten Teils zun\u00e4chst an einem offenbar leichtsinnig dummen Dealer herum, der so tumb ist, dass er einen als Verbindung getarnten Drogenring im Eilflug auffliegen l\u00e4sst. Im zweiten Drittel gibt es ein bisschen an der wahren Identit\u00e4t eines giftmischenden Hausmeisters herumzuermitteln, bis es im dritten Teil zum Showdown mit einem unethischen Wissenschaftler kommt, der sein Werk indes nicht bedrohlich, sondern schlicht bereichernd einsetzt.<\/p>\n<p>So weit, so gut auch in einer Einzelepisode verfr\u00fchst\u00fcckbar. Doch strecken die Autoren das d\u00fcnne Gewese im guten Falle mit netten Gags und im leider auch gegebenen schlechten Falle mit haneb\u00fcchenen Unsinnigkeiten. Zu den Gags geh\u00f6ren die Sequenzen mit Peter als versehentlichem Dichter, dessen vermeintliche lyrische Unf\u00e4higkeit sich als angenehm individuell erweist. Zum gr\u00f6\u00dften Unsinn geh\u00f6rt die Hauptl\u00f6sung: Der gro\u00dfe Quatsch ist nur m\u00f6glich dank Hypnose. Unterirdisch forschen die besten Studenten unter der Fuchtel des \u201eTeumessischen Fuchses\u201c n\u00e4mlich an zukunftsweisenden Dingen wie Tiervergr\u00f6\u00dferung, Flugdrohnen und rollbaren Handys herum, und das \u2013 man h\u00f6re und staune \u2013 sogar schon seit Zeiten, zu denen einige der Dinge noch gar nicht auf der Agenda der Realit\u00e4t standen. Sehr vision\u00e4r. Die ersten beiden als \u201eTeumessicher Fuchs\u201c entlarvten Schwerverbrecher dienten lediglich zur Ablenkung, mit Hypnose und Geld wurden trotz allem neugierige Studenten dann eben mundtot gemacht. Und f\u00fcr was?<\/p>\n<p>Egal. Mit Hypnose jedenfalls erkl\u00e4rten die sich selbst in die Ecke fabulierenden Autoren so manches Mal \u00e0 la Deus ex machina die ausweglosesten Abstrusit\u00e4ten, leider auch schon im eigentlich guten ersten Dreiteiler \u201eToteninsel\u201c. Einmal nimmt man das vielleicht noch hin, aber in einer \u00fcberzogenen Weise wie in der \u201eSchattenwelt\u201c einfach mal nicht mehr.<\/p>\n<p>Unangenehm f\u00e4llt seit Jahren zudem auf, dass es den H\u00f6rspielmachern nur selten gelingt, bestimmte Atmosph\u00e4ren zu erzeugen. Sobald etwas r\u00e4tselhaft oder unerkl\u00e4rlich sein soll, muss Peter \u201eunheimlich\u201c sagen, damit der H\u00f6rer wei\u00df, dass es den drei Fragezeichen gerade unheimlich zumute ist. Ist es aber nicht. Sicherlich ist es nicht einfach, Emotionen rein akustisch und immer wieder zu generieren. Dann aber bitte, sollen einfach j\u00e4hrlich weit weniger B\u00fccher \u00fcber die drei Fragezeichen verfasst werden. Sollen die Autoren ihre wenigen halbgaren Ideen nicht auf mehrere Geschichten verteilen, sondern sie zu einer guten b\u00fcndeln. Zwischendurch gibt es doch immer mal einzelne herausragende Abenteuer mit nur wenigen Schwachsinnigkeiten und dem absoluten Wiederh\u00f6rwunsch: 131, \u201eHaus des Schreckens\u201c, 153, \u201eund das Fu\u00dfballphantom\u201c, 157, \u201eIm Zeichen der Schlangen\u201c, 166, \u201eund die brennende Stadt\u201c und 169, \u201eDie Spur des Spielers\u201c. Dazu kommt leider, dass die Charakterzeichnungen der drei Jungen in der H\u00f6rspielfassung zusehends unsympathischer ausfallen. Vielleicht sollte man sich als Autorenteam wirklich langsam davon verabschieden, die drei Fragezeichen als Jugendliche zu gestalten, und ihnen das Alter geben, das mindestens die Sprecher und h\u00e4ufig auch die H\u00f6rer inzwischen haben. Ihre Umgangsformen und Verhaltensweisen nimmt man Dreik\u00e4sehochs jedenfalls l\u00e4ngst nicht mehr ab.<\/p>\n<p>Warum bleibt man ihnen dennoch treu? Es ist vielleicht wie bei Unfallgaffern, man will ins Auge des Elends blicken. Und es bleibt die Hoffnung, doch noch mit etwas Hervorragendem zur\u00fcckgeholt zu werden. Bei \u201eSchattenwelt\u201c ist es zudem der Umstand, dass die Folge wie fast jede Dreierfolge auch auf Vinyl erscheint, als Picture-Vinyl gar. Macht sich gut in der Sammlung. Immerhin. Optisch.<\/p>\n<p>Ansonsten sieht es nach einem Boom vor rund zehn Jahren auch mit alternativen H\u00f6rspielserien heute mau aus. Point Whitmark als direkter Konkurrent wei\u00df in der Regel um L\u00e4ngen mehr zu begeistern als das Original, gelegentlich sogar die Drei-Fragezeichen-Autoren, die sich bei den Ideen der drei Ostk\u00fcstenermittlern bedienen. Der Rest an Serien ist technisch weitgehend gut gemacht, krankt aber auch oft an langweiligen, vorhersehbaren bis wahnwitzigen Geschichten. Was bleibt also anderes, als doch wieder auf die alten Lieblingsfolgen zur\u00fcckzugreifen. Davon gibt\u2019s genug, sogar bis in die 90er-Nummern hinein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (25.05.2015) Die Jubil\u00e4ums-Dreifachfolgen der drei Fragezeichen sind in der Regel um einiges attraktiver als die normalen Folgen, seit die Nummern dreistellig sind. 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