{"id":1196,"date":"2015-03-31T14:46:33","date_gmt":"2015-03-31T12:46:33","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1196"},"modified":"2015-12-31T13:14:00","modified_gmt":"2015-12-31T12:14:00","slug":"solbrud","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/solbrud\/","title":{"rendered":"Solbrud \u2013 Live im Clubraum Plagwitz in Leipzig am 30. M\u00e4rz 2015"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Solbrud-24.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1197\" title=\"Der Clubraum\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Solbrud-24-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Solbrud-25.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1198\" title=\"Soundcheck\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Solbrud-25-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Solbrud-27.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1199\" 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Solbrud geh\u00f6ren in ihrer d\u00e4nischen Heimat zu den aufstrebenden Sternen am Black-Metal-Himmel (bewusst gew\u00e4hlte Bezeichnung) und fungieren dort als umjubelte Headliner, in Leipzig spielten die vier jungen sympathischen D\u00e4nen inmitten einer kleinen Schar von wohlwollend mitnickenden Subkulturgourmets in einem Raum in einer gut versteckten ehemaligen Wohnung, deren Adresse wiederum niemand \u00f6ffentlich preisgibt, als h\u00e4tten sie lediglich ein paar Neugierige in ihren Proberaum geladen. Der Abend endete damit, dass die Band ein Foto mit dem Fan haben wollte, der extra f\u00fcr sie zwei Stunden Autofahrt auf sich genommen hatte. Da wird die Band zum Fan ihres Fans. Wann erlebt man schon mal so etwas! Verdrehte Welt. Angenehm verdrehte Welt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zwar bezeichnen Solbrud ihre Musik selbst als Black Metal, aber gottlob ist dies eine nur im weitesten Sinne zutreffende Kategorisierung. Was sie mit dem Black Metal verbindet, sind gelegentliche Blast Beats, repetetive Strukturen und hoher Keifgesang. Wesentlicher Unterschied zum klassisch-nordischen Black Metal ist, dass die Musik von Solbrud angenehm warm ist. Auf zwei LPs ver\u00f6ffentlichten die vier Musiker bislang acht Tracks \u2013 insgesamt, wohlgemerkt: Das akademische Viertel ist bei Solbrud die durchschnittliche Songl\u00e4nge. So kam die Band am Montagabend bei etwas \u00fcber einer Stunde Spielzeit auch lediglich auf f\u00fcnf St\u00fccke. Hier geht ganz klar Qualit\u00e4t \u00fcber Quantit\u00e4t: Obgleich die Blastbeat-Passagen sicherlich h\u00e4ufig den Kern der Kompositionen ausmachen, bilden sie nicht den ausschlie\u00dflichen Stil ab. Solbrud schaffen Atmosph\u00e4re, sie lassen ihre Musik in Wellen anrollen, verbinden die Passagen irrwitzigen Tempos mit solchen nackenbrechender Grooves oder gar beklemmender extrem reduzierter, fast doomiger D\u00fcsternis. Eben diesen Elementen kommt die W\u00e4rme der Gitarren zugute; die Passagen mit gelegentlich angeschlagenen Akkorden mit ganz viel Zeit dazwischen erzeugen zwar latente Beklemmung, aber keine abweisende K\u00e4lte, keine Misanthropie. In den groovenden Passagen ist die \u00c4hnlichkeit zum Black Metal beinahe verschwindend gering, allein die immer wieder zwischengestreuten Pirouetten des Drummers erinnern zumindest im Rhythmusbetrieb an das typische Tempo, das den Unterschied zum, sagen wir, Death Metal ausmacht. Zwar ist Solbruds Black Metal modern, wagt aber trotzdem eine Distanz zum ansonsten vorherrschenden modernen Black Metal: Die Band erschafft nicht vordergr\u00fcndig die in Richtung Shoegaze abdriftenden Ambient-Fl\u00e4chen. Daf\u00fcr haben die vier zu viel Spa\u00df am Tanzen. Man k\u00f6nnte fast von einer vierten Welle im Black Metal sprechen, die Solbrud am lostreten sind.<\/p>\n<p>Interessanterweise klangen Solbrud in der kleinen Kammer in Leipzig differenzierter und transparenter, als es die beiden Alben \u201eSolbrud\u201c und \u201eJ\u00e6rtegn\u201c zun\u00e4chst erscheinen lie\u00dfen. Mit kleinstem Amp und unter reduziertesten Bedingungen schufen die vier einen absolut \u00fcberzeugenden Sound. Das Schlagzeug war unverst\u00e4rkt; daher h\u00f6rte man eher den physischen Sound des Materials als den metaphysischen der Klanggestaltung heraus. Dieser Umstand untermauerte den Eindruck, vielmehr Gast in einem Proberaum als eines Konzertes zu sein. Dankbarer Gast, wohlgemerkt.<\/p>\n<p>Von diesen dankbaren G\u00e4sten gab es am Montagabend in der kleinen H\u00fctte zwar nicht viele, aber weil die H\u00fctte so klein ist, war sie trotzdem voll. Ungew\u00f6hnlich an dem Auftritt war, dass man ab der zweiten Reihe die Musiker nicht mehr sehen konnte, weil sie direkt vor der ersten Reihe standen und in geb\u00fcckter Manier konzentriert und konzertiert ihre Instrumente bedienend schlichtweg kleiner waren als das Publikum. Einzig S\u00e4nger Ole reckte zwischendurch seinen Kopf in die H\u00f6he und schrie seine Texte; dabei schien sein Kopf nurmehr aus Mund zu bestehen, und zwar aus einem, den man ansonsten von Filmplakaten wie \u201eDer wei\u00dfe Hai\u201c oder \u201ePiranha\u201c kennt. Das Publikum nun dr\u00fcckte sein Wohlwollen nicht in st\u00fcrmischem Applaus aus; Zeichen f\u00fcr Zuneigung entnahm man eher dem mit einem breiten Grinsen unterlegten permanenten Mitnicken der Leute. Man bat um eine Zugabe, die Solbrud auch gaben, dann verzogen sich die Leute in die Bar und standen um Bier an. Ein, zwei Mutige schwammen gegen den Strom und teilten der Band freundlich ihre Begeisterung mit. Vermutlich ist dieses Verhalten in dem Genre \u00fcblich, zumindest war von Entt\u00e4uschung dar\u00fcber keine Spur. Auf beiden Seiten.<\/p>\n<p>Wie es nun zu dem Foto kam, das ist eine sehr spezielle Geschichte. Sie startet in Kopenhagen, der Heimatstadt von Solbrud. Pernille, eine Freundin, schw\u00e4rmte mir von der Band vor. Nach meinen ersten H\u00f6rversuchen hatte ich einen durchaus positiven Eindruck, und der Gedanke dr\u00e4ngte sich auf, dass ich mir die LPs zulegen sollte, w\u00e4re da nicht das \u00fcberteure Porto aus D\u00e4nemark. Bald darauf besuchte Pernille ein Konzert der Band daheim in Kopenhagen. Das w\u00e4re f\u00fcr mich die beste Gelegenheit, preisg\u00fcnstig an die Alben heranzukommen, dachte ich, doch wollte ich Pernille nicht mit den sperrigen Objekten belasten. Das nahm sie mir selbst ab: Sie erwarb die Alben kurzerhand, wissend, dass ich mich nicht getraut h\u00e4tte, sie darum zu bitten. Und weil sie der Band beim Signieren berichtete, dass diese LPs f\u00fcr jemanden in Deutschland bestimmt waren, legten die Musiker noch einen Patch und ein Poster obendrauf. F\u00fcr so viel Fann\u00e4he dankte ich der Band daraufhin per Email und war nicht wenig verwundert, als mir S\u00e4nger Ole auf Deutsch antwortete und von drei anstehenden Konzerten in Deutschland erz\u00e4hlte. Die sollten in Chemnitz, Frankfurt am Main und Leipzig stattfinden. Zeit hatte ich lediglich f\u00fcr den letzten Termin in Leipzig.<\/p>\n<p>Spontan entschied ich mich am Morgen f\u00fcr den zweist\u00fcndigen Trip. Doch war nicht zu ermitteln, wo genau in Leipzig Solbrud auftreten sollten. Das Internet war da ausnahmsweise mal nicht genau. Einmal war von einem \u201eInstitut fuer Zukunft\u201c die Rede, doch auf dessen Webseite war Solbrud nicht aufgef\u00fchrt. Dann war vom \u201eBermuda3eck\u201c zu lesen, das allerdings kein konkreter Veranstaltungsort ist, sondern offenbar eine weitr\u00e4umige Gegend im Stadtteil Plagwitz. Zuletzt ermittelte ich den \u201eClubraum Plagwitz\u201c als Venue, doch niederschmetternderweise ohne Adresse. Genauer als das ging es nicht. Als Veranstalter waren \u201eSwansea Constellation\u201c und das Label \u201eSick Man Getting Sick Records\u201c verlinkt. Ich folgte den Links, doch gab es nirgendwo Hinweise oder auch nur Telefonnummern, unter denen ich solche erfragen konnte. Aber Namen, und mit denen und einer Suchmaschine ermittelte ich doch noch eine Telefonnummer, unter der ich die Adresse erfuhr.<\/p>\n<p>Vor Ort entpuppte sich der \u201eClubraum\u201c als umgewidmete Erdgeschosswohnung in einem Altbau in Plagwitz. Ohne Schild, das Solbrud-Plakat neben der T\u00fcr wurde von einem herabbl\u00e4tternden anderen Plakat verdeckt. Das h\u00e4tte ich niemals gefunden. Und das ist auch Sinn und Zweck der Anonymit\u00e4t, wie man mir drinnen mitteilte: Gerade weil der \u201eClubraum\u201c so klein ist, ist er schon voll, wenn nur die Leute kommen, die schon Kenntnis davon haben. Die Ex-Wohnung verstr\u00f6mte einen angenehmen DIY-Odeur, die Getr\u00e4nke waren g\u00fcnstig und alternativ, einer der Betreiber verteilte an uns zwei fr\u00fche G\u00e4ste aus Tschechien importierte extrem leckere Knoblauch-Chips. Zwei alte TV-Ger\u00e4te \u00fcbertrugen das Bild aus dem kleinen Konzertraum in die Bar. Au\u00dferdem montierte einer der Betreiber angesichts der nahenden Feiertage zwei gekreuzigte blut\u00fcberstr\u00f6mte Hasen an einer S\u00e4ule. Sonniger Humor.<\/p>\n<p>Irgendwann trudelte die Band vom Essenholen wieder ein. Als die Musiker ihre Instrumente auspackten, einst\u00f6pselten und soundcheckten, gr\u00fc\u00dfte ich sie kurz von Pernille aus Kopenhagen und gab mich als der emailende dankbare Beschenkte zu erkennen, der extra f\u00fcr den Gig 210 Kilometer \u00fcberbr\u00fcckt hatte. Das war f\u00fcr die Band kaum zu fassen. \u201eWir haben vor 1000 Leuten gespielt, aber dass einer zwei Stunden Fahrt auf sich nimmt, um uns zu sehen, ist mehr wert\u201c, sagte einer. Und bat mich, im Anschluss f\u00fcr ein Gruppenfoto da zu bleiben. Hey, aber sicher \u2013 sonst ist es ja andersherum, wie sollte ich auf diese unglaubliche verdrehte Position verzichten wollen. Musiker als Fan-Fans, das glaubt einem doch keiner. Ein Geschenk, dies.<\/p>\n<p>Zwischen dem Soundcheck und dem Auftritt war noch Zeit f\u00fcr Gespr\u00e4che. Unter anderem erfuhr ich, dass \u201eSolbrud\u201c zwar, wie ich zuvor ermittelt hatte, auch der Name einer Blume ist, aber nicht die urspr\u00fcngliche Intention: \u201eH\u00e4tten wir das eher gewusst \u2013 vielleicht h\u00e4tten wir uns umentschieden.\u201c Zu hippieesk sei es, als schwarzwei\u00df orientierte Black-Metal-Band nach einer farbenfrohen Blume benannt zu sein. Mir hingegen gef\u00e4llt genau die Vorstellung, auf diese Weise mit den Traditionen und Klischees des Genres zu brechen. \u201eSonnenbraut\u201c ist die \u00dcbersetzung von \u201eSolbrud\u201c (ausgesprochen passenderweise \u00fcbrigens beinahe wie \u201e\u00dfollbr\u00fcll\u201c), auch das ist aber nur eine von vielen m\u00f6glichen Bedeutungen. Prim\u00e4r erinnere das Wort an Schattenspiele, etwa von B\u00e4umen gebrochenes Sonnenlicht, das eben ein schwarzwei\u00dfes Muster ergibt. Und Ole, so stellte sich heraus, spricht deshalb flie\u00dfend Deutsch, weil er in Flensburg aufgewachsen war.<\/p>\n<p>Das gesamte Ereignis war herzerw\u00e4rmend. Es war leicht, mit den Betreibern des Clubs und des Labels sowie anderen G\u00e4sten ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Gut zu wissen, dass es Orte in Leipzig gibt, die es anzusteuern lohnt. Und laut G\u00e4sten gibt es davon so einige in der 500.000-Einwohner-Stadt. Danke Solbrud, danke Plagwitz: Das war ein Abend f\u00fcr den ewigen Lebenslauf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (31.03.2015) Den Auftrittsort zu ermitteln, war schon ein gro\u00dfes Abenteuer, noch bevor das eigentliche Abenteuer am Rande des Konzertereignisses \u00fcberhaupt starten konnte. 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