{"id":1192,"date":"2015-03-27T12:39:27","date_gmt":"2015-03-27T11:39:27","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1192"},"modified":"2015-03-27T12:39:27","modified_gmt":"2015-03-27T11:39:27","slug":"the-the-hyena-lazarus-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-the-hyena-lazarus-2015\/","title":{"rendered":"The The \u2013 Hyena \u2013 Lazarus 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1193\" title=\"The The - Hyena\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/The-The-Hyena.jpg\" alt=\"\" width=\"109\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (27.03.2015)<\/p>\n<p>Umtriebig ist er ja nach wie vor, der Matt Johnson. Er l\u00e4sst nur sein Projekt The The in der Form als songorientierte Band etwas auf der Strecke bleiben. Seit 1999 gab es kein regul\u00e4res Album mehr, offenbar deshalb, weil er sich mit dem ausbleibenden Erfolg von \u201eNakedSelf\u201c unzufrieden sieht. Stattdessen nutzt er den Projektnamen, um darunter experimentelle Soundtracks zu nicht minder experimentellen Filmen zu ver\u00f6ffentlichen. \u201eHyena\u201c ist bereits der dritte in dieser Reihe. Es dominieren stille und noisige Sequenzen \u2013 und erstmals auch technoide Dancetracks. Auf Johnsons Stimme muss man indes weiterhin verzichten, leider.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es f\u00e4llt schwer, in der Musik der drei Alben \u201eTony\u201c, \u201eMoonbug\u201c und \u201eHyena\u201c den liebgewonnenen Sound von The The wiederzufinden. Noch am ehesten gelingt dies auf dem j\u00fcngsten Werk auf dem 20. und letzten Track, \u201eEverybody Wants To Go To Heaven (But Nobody Wants To Die)\u201c. H\u00e4tte jener Gesang, man k\u00f6nnte ihn glatt f\u00fcr die Zukunft von The The halten. Auch im Intro schwingt The The latent mit, verfl\u00fcchtigt sich dann aber \u00fcber die n\u00e4chsten 18 Tracks. \u201eHyena\u201c erinnert an manchen Stellen an die fl\u00e4chigen Soundtrackarbeiten, die Trent Reznor j\u00fcngst ablieferte; damit schl\u00e4gt Johnson die Br\u00fccke zu seinem fr\u00fcheren Labelchef, denn \u201eNakedSelf\u201c erschien auf Reznors Label Nothing. Doch ist Johnson bisweilen harscher als zuletzt Reznor, was man kaum glauben mag. Einige St\u00fccke bestehen aus langgezogenen verlangsamten Sirenen, die sich ins Geh\u00f6r kratzen. Das ist wie eine Single von The Chemical Brothers auf die beatlosen Effekte reduziert und auf 33 1\/3 gespielt. Manche St\u00fccke sind langsam rotierende, elektronische Drones. Beats wie in \u201eBlue Eyes\u201c, \u201eFear Porn\u201c, \u201eTake Me Away From All This\u201c oder \u201eBait And Switch\u201c hingegen locken wiederum nicht auf die Tanzfl\u00e4che, sie begleiten lediglich die dunklen, bedrohlichen, fast industriellen Atmosph\u00e4ren der stilleren Tracks.<\/p>\n<p>Dieses Album zu h\u00f6ren, ist letztlich schwierig. Die Stimmungen wechseln zu sehr, man kann es weder zum gem\u00fctlichen Gruseln noch zum flotten Autofahren goutieren. Die Musik selbst bietet auch nicht sonderlich viel Neues, zumindest au\u00dferhalb des The-The-Universums. Und es fehlen die Bilder, wom\u00f6glich haben die Sounds eine andere Bedeutung, wenn man den Kontext dazu kennt. Wozu also sollte man sich \u201eHyena\u201c zulegen?<\/p>\n<p>Als Komplettist, in erster Linie. Johnson ist als Komponist, Musiker und S\u00e4nger einfach mal gro\u00dfartig. Er ist gleichzeitig abwechslungsreich und wiedererkennbar. Seine Songs in den 80ern bestanden oft aus repetetiven Rhythmusunterbauten, \u00fcber die er mit diversen Instrumenten improvisierte. Sein Pop war nie simpel, sein Experiment nie unh\u00f6rbar. In den 90ern verst\u00e4rkte er den Einsatz von Gitarren. Zugrunde lag seinen St\u00fccken immer etwas Dunkles, Sehnsuchtsvolles \u2013 aber nie Depressives. Er wusste die Stimmungen von Melancholikern und Gr\u00fcblern au\u00dferdem auch inhaltlich zu bedienen. Auf \u201eHyena\u201c nun zerlegt er seine F\u00e4higkeiten in deren Komponenten. Wer wei\u00df, was passiert, wenn man alle drei Soundtracks gleichzeitig abspielt.<\/p>\n<p>Man d\u00fcrstet jedenfalls nach neuer Musik von Matt Johnson. Dabei ist die Liste seiner unver\u00f6ffentlichten Alben seit 1978 mindestens so lang wie die seiner ver\u00f6ffentlichten. F\u00fcr 2007 war zuletzt ein Album angek\u00fcndigt, das er wie so viele andere bis heute schuldig ist. Aber man kann zur Not ja auch seine Nebenprojekte sammeln: Anfang der 80er spielte er mit Marc Almond bei dessen Projekt Marc And The Mambas und bei The Gadgets. Umgekehrt hatte The The mindestens so viele Kollaborateure wie Pigface, deren Oeuvres es sich einzuverleiben lohnt; darunter teilweise erst sp\u00e4ter namhaft gewordene wie Neneh Cherry, Sin\u00e9ad O&#8217;Connor, Steve Hogarth (als Keyboarder), JG Thirlwell (Foetus), David Johansen, Jools Holland, Lloyd Cole oder The-Smiths-Gitarrist Johnny Marr, der eine Zeitlang sogar offizielles Bandmitglied war. Denn The The war im Ursprung keine Band, vielmehr erhielt Matt Johnsons Deb\u00fct \u201eSoul Mining\u201c erst in sp\u00e4teren Auflagen den Stempel \u201eThe The\u201c.<\/p>\n<p>Und nun, nat\u00fcrlich ist \u201eHyena\u201c auch irgendwie gut. Und es ist ein sch\u00f6nes Sammel-Objekt: Alle drei Soundtracks-CDs der Cin\u00e9loa-Filmserie kommen in einem dicken Buch mit Filmstills, sind also etwas f\u00fcrs Auge und f\u00fcrs Regal. Die ersten 100 Ausgaben von \u201eHyena\u201c signierte Matt Johnson zudem pers\u00f6nlich \u2013 der Rezensent freut sich \u00fcber seine eigene Schnelligkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.03.2015) Umtriebig ist er ja nach wie vor, der Matt Johnson. Er l\u00e4sst nur sein Projekt The The in der Form als songorientierte Band etwas auf der Strecke bleiben. 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