{"id":1169,"date":"2015-03-15T20:15:35","date_gmt":"2015-03-15T19:15:35","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1169"},"modified":"2015-03-15T20:15:35","modified_gmt":"2015-03-15T19:15:35","slug":"andreas-reiffer-hg-die-wahrheit-uber-heavy-metal-verlag-andreas-reiffer-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/andreas-reiffer-hg-die-wahrheit-uber-heavy-metal-verlag-andreas-reiffer-2015\/","title":{"rendered":"Andreas Reiffer (Hg.) \u2013 Die Wahrheit \u00fcber Heavy Metal \u2013 Verlag Andreas Reiffer 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1170\" title=\"Die Wahrheit \u00fcber Heavy Metal\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Die-Wahrheit-\u00fcber-Heavy-Metal.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"162\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (15.03.2015)<\/p>\n<p>Am Ende dieses Buches wird \u2013 mindestens zwischen den Zeilen \u2013 klar: \u201eDie Wahrheit \u00fcber Heavy Metal\u201c ist, dass es sie nicht gibt. Es gibt unz\u00e4hlige Aspekte und Fassetten, und diese Vielschichtigkeit und Ambivalenz wird in den hier versammelten Texten \u00fcber die Schwermetallmusik deutlich. Hei\u00dft: Die Jungs sind l\u00e4ngst nicht so hart, wie sie gern aussehen wollen, und die M\u00e4dels sind nicht einfach nur optisches Beiwerk. Ansonsten ist im Heavy Metal vielleicht nicht alles, aber doch weit mehr m\u00f6glich als in vielen anderen Subkulturen, und sei es nur die Selbstironie. Die Erfahrung belegt: Metaller sind zum Knuddeln nett. Sie geben sich nur gern so, als stimme dies nicht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Besonders an der Selbstironie macht man den Blick der Subkulturen auf sich selbst fest: Dient sie in den meisten F\u00e4llen, so sie \u00fcberhaupt stattfindet, vielmehr dazu, die zum Minderwertigkeitskomplex neigende Selbstwahrnehmung vom Rezipienten in Lobhudelei umgewandelt zu bekommen, findet sie im Metal (und im Punk) zumeist tats\u00e4chlich statt. Damit ist sie auch deutlich unterhaltsamer, weil schonungsloser als bei anderen.<\/p>\n<p>F\u00fcr dieses Buch sammelt Verleger und Herausgeber Andreas Reiffer Texte von zehn Genreschreibern. Naheliegend ist, dass zu den Beitragenden die Mitglieder der Braunschweiger Leseb\u00fchne \u201eRead &#8218;em All\u201c geh\u00f6ren: Axel Klingenberg, Frank Sch\u00e4fer und Till Burgw\u00e4chter, die in sich schon so unterschiedliche Betrachtungsweisen und Schreibstile repr\u00e4sentieren, dass die seltenen Auftritte des Trios der abgelutschten Floskel, es sei f\u00fcr jeden Geschmack etwas dabei, best\u00e4tigend Rechnung tragen. Erwartbar und deshalb aber nicht minder erfreulich ist auch die Teilnahme von Black-Metal-Slammer Micha-El Goehre. Der Rest muss dann in Szenekreisen popul\u00e4rer sein: Christian Krumm, Paul Fejfar, Francis Kirps, Matthias Penzel, Ronald R. Klein und Christian Bartel.<\/p>\n<p>Was drei Autoren schaffen, gelingt zehn noch viel besser: Das Spektrum so breit wie m\u00f6glich halten. Das betrifft unter anderem die betrachteten Inhalte, den Schreibstil, das Selbstverst\u00e4ndnis, den Musikgeschmack und die Offenheit. Dem einen ist klar, dass er als jemand, der \u00fcber Metal schreibt, dies mit einem gewissen Neid dem gegen\u00fcber tut, der die Gitarre massenbegeisternd zu spielen vermag. Der n\u00e4chste definiert seinen Selbstwert darin, dass alle anderen Musikrichtungen als straighter, unziselierter Metal, insbesondere der Pop, der falschen Lehre anh\u00e4ngen. Der dritte zeigt sich den popul\u00e4ren Spielarten im eigenen Genre gegen\u00fcber als geh\u00e4ssig und ungn\u00e4dig.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich funktioniert Metal nicht ohne Gottesbezug und Spiritualit\u00e4t; wo der eine sich l\u00e4sternd \u00fcber die nichtsichtbaren Dinge stellt, akzeptiert der n\u00e4chste den Gl\u00e4ubigen nebenan. In diesem Zuge betrachten Autoren auch den Metaler, der im Alltag ankommt, mit Kinderwunsch und Kindstaufe bis hin zum Tod, der ohnehin und zwangsl\u00e4ufig allgegenw\u00e4rtig ist, wenn auch gottlob nicht dominierend. Und ebenso nat\u00fcrlich streift das Buch auch die handels\u00fcblichen Metalthemen: Wacken, Iron-Maiden-Maskottchen Eddie, Prober\u00e4ume, Tourprobleme, Gigs, im Vomieren endende Trinkgelage.<\/p>\n<p>Die Texte sind dabei in passend unterschiedlichen Literaturgattungen verfasst, von Kolumne \u00fcber Essay, Reisebericht und Reportage bis hin zu Kurzgeschichte. Damit sind die literarischen F\u00e4higkeiten ebenso unterschiedlich wie die musikalischen der Metalbands. Zwischen die humorigen, schnoddrigen und gestelzt ironischen Artikel platzierte der Herausgeber auch nicht so einfach konsumierbare Literatur; vom Rock&#8217;nRoll zum Progmetal quasi. Summa summarum h\u00e4lt man ein vergn\u00fcgliches Buch \u00fcber nicht nur verschrobene Menschen mit einem besonderen Musikgeschmack in den H\u00e4nden.<\/p>\n<p>Nur eines enth\u00e4lt das Buch nicht: \u201eDie Wahrheit \u00fcber Heavy Metal\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (15.03.2015) Am Ende dieses Buches wird \u2013 mindestens zwischen den Zeilen \u2013 klar: \u201eDie Wahrheit \u00fcber Heavy Metal\u201c ist, dass es sie nicht gibt. 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