{"id":1159,"date":"2015-03-08T22:48:46","date_gmt":"2015-03-08T21:48:46","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1159"},"modified":"2015-03-09T12:28:53","modified_gmt":"2015-03-09T11:28:53","slug":"the-team-zdf-kasper-gaardsoe-kathrine-windfeld-dkdbach-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-team-zdf-kasper-gaardsoe-kathrine-windfeld-dkdbach-2015\/","title":{"rendered":"The Team \u2013 ZDF \u2013 Kasper Gaards\u00f8e, Kathrine Windfeld \u2013 DK\/D\/B\/A\/CH 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1160\" title=\"The Team\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/The-Team.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"141\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (08.03.2015)<\/p>\n<p>\u201eThe Team\u201c ist als TV-Serie in so ziemlich allen Punkten bemerkenswert, und wo nicht gro\u00dfartig, da zumindest gut. Da hat jemand in Sachen Globalisierung und EU endlich mal die Chancen und Vorz\u00fcge davon genutzt. Die Serie zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den beteiligten L\u00e4ndern (das sind D\u00e4nemark, Belgien, Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz), allem voran die Unterschiede in den Sprachen. Das allerdings nur in der ZDF-Mediathek-Variante, nicht in der Ausstrahlung \u2013 und damit geht einer der attraktivsten Faktoren dieser Serie verloren. Man sollte die achtst\u00fcndige Serie also unbedingt im Internet gucken oder zumindest darauf hoffen, dass die DVD (ab Ende M\u00e4rz im Handel) die Originalspur untertitelt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Sie klingen so sch\u00f6n, die Sprachen Europas. Die drei Hauptpersonen sprechen D\u00e4nisch, Deutsch und Fl\u00e4misch; sie sind Ermittler in einem Mordfall, der in D\u00e4nemark, Deutschland und Belgien Opfer nach gleichem T\u00f6tungsmuster vorh\u00e4lt. In Kopenhagen arbeiten Schweden mit, in Belgien sprechen einige Beteiligte auch Franz\u00f6sisch, der von Deutschland aus agierende Verbrecher stammt aus Litauen. Alle miteinander sprechen Englisch. Wie sch\u00f6n es ist, das d\u00e4nische Nuscheln, das fast wie ein D klingende fl\u00e4mische R, das hochn\u00e4sige \u00d6sterreichisch. Nur um Original begreift man, wer sich gerade was in seiner Muttersprache zuraunt, was dann die anderen nicht verstehen. Man h\u00f6rt die unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gten Akzente, wenn die Leute Englisch sprechen (Lars Mikkelsen fast ohne, Jasmin Gerat eher wie eine Sechstkl\u00e4sslerin), oder dass einige (Veerle Baetens) ohne Schwierigkeiten zwischen zwei, drei Sprachen umschalten k\u00f6nnen. Komplett synchronisiert geht einiges an Tiefe verloren.<\/p>\n<p>So war es auch beim bislang schlimmsten und ignorantesten Fall von Seriensynchronisation: \u201eDie Br\u00fccke\u201c. Diese Serie spielt in Kopenhagen und Malm\u00f6, die Ermittler sprechen entsprechend D\u00e4nisch und Schwedisch. Auf Deutsch kann man nat\u00fcrlich den Dialogen besser folgen, aber der Handlung nicht unbedingt leichter: H\u00f6rt man die Originalsprache, wei\u00df man sofort, in welchem Land die Szene gerade spielt. Auf Deutsch kommt man schnell durcheinander, das ist verwirrend. Die Ressentiments zwischen Schweden und D\u00e4nen gehen dar\u00fcber hinaus verloren, besonders im Sprachlichen. Und wie soll man plausibel machen, dass der eine den Namen des anderen falsch ausspricht, wenn die Aussprache auf Deutsch schlichtweg keine Alternativen zul\u00e4sst? Zur Kr\u00f6nung des Ganzen gab es die erste Staffel auf DVD zwar mit Originalton, aber ohne Untertitel. Das verbesserte man bei Staffel zwei, aber mit Untertiteln f\u00fcr Geh\u00f6rlose, so dass man schon vorher las, wann die dramatische Musik leiser wurde.<\/p>\n<p>Mit \u201eThe Team\u201c setzt D\u00e4nemark als Land f\u00fcr anspruchsvolle Krimiserien diese Serie fort. Anders als bei \u201eKommissarin Lund (Forbrydelsen)\u201c oder \u201eDie Br\u00fccke (Broen\/Bron)\u201c bleiben am Ende weniger lose F\u00e4den unverkn\u00fcpft \u00fcbrig, die man deshalb im Laufe der Ermittlungen liegen lie\u00df, damit das Ende irgendwie zum spektakul\u00e4r r\u00e4tselhaften Anfang passt (\u00fcbrigens seit langer Zeit leider eine g\u00e4ngige Methode bei Drehbuchschreibern weltweit). \u00c4hnlich wie bei den beiden Serien hat man es indes mit haufenweise Seitenhandlungen zu tun, die alle auch noch irgendeinen Einfluss auf den Fortgang haben, und sei es nur, indem sie die Ermittlungen verz\u00f6gern. Manchmal ist es auch etwas zu k\u00fcnstlich dramatisch; der D\u00e4ne und die Deutsche haben ein Kind miteinander, obwohl beide nach der Aff\u00e4re eigene Familien gr\u00fcndeten, und der neue Mann der Deutschen findet das erst heraus und dann schei\u00dfe und macht Sachen. Das hat mit dem Hauptfall nichts zu tun, soll aber zus\u00e4tzliche Spannung bringen; ja, tut es, aber es ist bisweilen hart an der Grenze zum Nervenden. Nichts desto trotz: Mit dem Drehbuch empfehlen die Autoren Mai Br\u00f8strom und Peter Thorsboe jedenfalls auch ihre \u00e4lteren Serien \u201eDer Adler (\u00d8rnen)\u201c und \u201eThe Protectors\u201c einer genaueren Betrachtung.<\/p>\n<p>Die Serie beginnt als Whodunnit, dreht sich dann aber zum Howdidhe, zum Howtocatchhim und zum Werstecktdaeigentlichnochallesmitdrin. Vom Prostituiertenmord schwenkt der Ermittlungsfall zu Geldw\u00e4sche, Erpressung, Zwangsarbeit, Menschenhandel sowie weiterem Mord und Totschlag. Die Spuren f\u00fchren zwischen den drei St\u00e4dten herum und in die Alpen. Ermittlung geschieht heutzutage nicht mehr nur kognitiv und deduktiv, sondern oft per Google Maps, Sendemastenortung, Fotoanalyse, Emailtracking. Das ist schl\u00fcssig und nicht minder spannend als die altbekannte Spurenlese mit der Lupe. Die ist schlie\u00dflich auch weiterhin erforderlich.<\/p>\n<p>Lars Mikkelsen brilliert auf gewohnt hohem Niveau in seiner Rolle; er hat zudem eine wundervolle tiefe Stimme (noch ein Argument f\u00fcrs Original). Eine angenehme Entdeckung ist Veerle Baetens, vielsprachig, vielschichtig, vielseitig. Bei diesen schauspielerischen Qualit\u00e4ten fiel leider besonders gut auf, wie h\u00f6lzern Jasmin Gerat und Miriam Steinals deutsche Kommissarinnen dagegen agieren. Sie wirken wie Praktikanten, die man gn\u00e4digerweise ans Set gelassen hat. Das ist gottlob der einzige richtige Schwachpunkt der Serie.<\/p>\n<p>Positiv sind die vielen Settings: Man sieht viel Gegend, Stadt, Land. Die Belgierin etwa f\u00e4hrt mit dem Rad durch Antwerpen, man bekommt viel von der sch\u00f6nen Stadt zu sehen. Die Bilder sind ohnehin kunstvoll, die Atmosph\u00e4re stimmt, die Farben passen. Es gibt ein hohes Ma\u00df an Action und au\u00dferdem ein erstaunlich hohes Ma\u00df an Sex; der wird ungew\u00f6hnlich ofenherzig und allt\u00e4glich ins Geschehen eingebaut. So bekommt man nun acht Stunden TV-Vergn\u00fcgen europ\u00e4ischer Pr\u00e4gung, die die Messlatte f\u00fcr Krimiserien grunds\u00e4tzlich hoch legen. Von einer zweiten Staffel ist nat\u00fcrlich schon die Rede. Hoffentlich h\u00e4lt das \u201eDas Team\u201c-Team die Qualit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.03.2015) \u201eThe Team\u201c ist als TV-Serie in so ziemlich allen Punkten bemerkenswert, und wo nicht gro\u00dfartig, da zumindest gut. Da hat jemand in Sachen Globalisierung und EU endlich mal die Chancen und Vorz\u00fcge davon genutzt. 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