{"id":1117,"date":"2015-01-25T00:41:13","date_gmt":"2015-01-24T23:41:13","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1117"},"modified":"2015-01-25T00:41:13","modified_gmt":"2015-01-24T23:41:13","slug":"mortdecai-david-koepp-usa-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/mortdecai-david-koepp-usa-2015\/","title":{"rendered":"Mortdecai \u2013 David Koepp \u2013 USA 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (24.01.2015)<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein unfassbarer Schei\u00df. Man sieht die guten Ans\u00e4tze, man erkennt, was der Film sein will, aber leider hat man da die falschen Leute machen lassen. Offensichtlich versuchte da jemand, eine Gaunerkom\u00f6die der 60er und 70er in die Jetztzeit zu verlegen (allen voran die \u201ePink Panther\u201c-Filme von Blake Edwards), erreicht aber nicht einmal die Klasse der selbst meistens schon lediglich mittelm\u00e4\u00dfigen Vorlagen und verliert sich dar\u00fcber hinaus noch in stressigen Albernheiten und kindischen Kotzwitzen. Dabei ist die Geschichte an sich sogar recht einfallsreich und spannend, aber der Film versaut das letzte Bisschen Qualit\u00e4t. Hauptdarsteller (und Filminitiator!) Johnny Depp ist im Gegensatz zu sonst dieses Mal nicht nur kein Grund, den Film zu sehen, sondern sogar der Grund, es genau nicht zu tun.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u00dcberraschte der Trailer noch mit einem Johnny Depp, der mit seinem Moustache einmal mehr v\u00f6llig anders aussah als in seinen anderen 100 Filmen, und mit einer Filmidee, die \u2013 \u00e4hnlich wie bei \u201eFluch der Karibik\u201c \u2013 trotz zweifelhafter Eindr\u00fccke Hoffnung darauf machte, doch noch bestens unterhalten zu werden, erf\u00fcllt der Film die Erwartungen in keinem Moment. Wie konnte das nur dergestalt schieflaufen.<\/p>\n<p>Overacting nennt man das wohl: Depp gibt seiner Figur zu viel Deppentum, er stellt den Meta-Humor in der Gesellschaftsschichtenkritik direkt neben den Menschen Lord Charlie Mortdecai, den er spielt, und erreicht damit, dass man die Titelfigur nicht nur nicht ernst nehmen kann, sondern ihr auch noch mit Abscheu begegnet. Die insgesamt v\u00f6llig \u00fcberdrehten Figuren und Geschehnisse lenken dann auch noch davon ab, dass es sich bei der Story um ein an sich spannendes Whodunnit handelt. Doch ist einem der Ausgang der Geschichte bei all den beteiligten Trotteln schnell wurscht.<\/p>\n<p>Der Gelegenheitskunstdieb Mortdecai soll f\u00fcr das MI5 den Diebstahl eines zu restaurierenden Goya-Gem\u00e4ldes aufkl\u00e4ren, um seinen eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, und kommt dabei diversen gewaltbereiten an dem Gem\u00e4lde Interessierten in die Quere. Man verfolgt, wie er sie alle und die Justiz auszutricksen versucht, weil es ihm selbst darum geht, von seinen acht Millionen Pfund Schulden herunterzukommen. Seine Frau (Gwyneth Paltrow) distanziert sich von ihm, weil er sich den Schnauzbart wachsen lie\u00df, sein Butler kassiert statt Mortdecais die abgefeuerten Kugeln und au\u00dferdem dauernd irgendwelche willigen Weiber, der Inspektor (Ewan McGregor) soll ein Trottel sein, ist aber letztlich die einzig wirklich ertr\u00e4gliche Figur im Film.<\/p>\n<p>Der Film versucht, Mortdecai wie einen englischen Adligen alter Schule darzustellen, mit Butler, Schloss und Rolls Royce sowie entsprechenden Umgangsformen, mit denen er aber nat\u00fcrlich st\u00e4ndig bricht, wie witzig. Dieser Anachronist trifft nun im Jetzt auf Verbrecher von jetzt, die nat\u00fcrlich anders mit ihm umgehen, als es wohl die Verbrecher der 70er Jahre mit Adligen getan h\u00e4tten; das kennt man so aus den Filmen von damals. Eine sch\u00f6ne Grundlage f\u00fcr feinsinnigen Humor w\u00e4re dies, wenn man nicht Amis an dieses europ\u00e4ische Thema herangelassen h\u00e4tte. Grimassen, Kotze, Stammeleien und Widersinnigkeiten dokumentieren deren verzweifelten Versuch, den englischen Humor zu adaptieren. Klappt nicht. Hat noch nie geklappt. Zwei, drei Mal muss man vielleicht kichern, weil tats\u00e4chlich etwas Unerwartetes passiert. Den Rest der Zeit wartet man genervt aufs Ende und sch\u00e4mt sich.<\/p>\n<p>Man sch\u00e4mt sich noch viel mehr, wenn man erf\u00e4hrt, dass sich Depp h\u00f6chstselbst darum bem\u00fcht hat, dass Regisseur David Koepp den Stoff aus den 70ern mit ihm verwirklicht. \u201eMortdecai\u201c basiert auf einem Roman von Kyril Bonfiglioli, einem englischen Kunsth\u00e4ndler, der sich selbst in seiner Trilogie als jener Mortdecai portr\u00e4tierte. Der Film \u201eMortdecai\u201c basiert auf dem ersten Band \u201eDon&#8217;t Point That Thing At Me\u201c \u2013 es steht also zu bef\u00fcrchten, dass man die zwei anderen B\u00e4nde auch noch verfilmen will. Man h\u00e4tte sogar gewarnt sein m\u00fcssen: Koepp und Depp verwirklichten schon \u201eDas geheime Fenster\u201c, der auch nur gerade so mittelm\u00e4\u00dfig war. Aber noch lange nicht so schlimm wie dieser Film hier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (24.01.2015) Was f\u00fcr ein unfassbarer Schei\u00df. Man sieht die guten Ans\u00e4tze, man erkennt, was der Film sein will, aber leider hat man da die falschen Leute machen lassen. 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