{"id":1084,"date":"2014-12-29T12:43:56","date_gmt":"2014-12-29T11:43:56","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1084"},"modified":"2014-12-30T20:58:03","modified_gmt":"2014-12-30T19:58:03","slug":"ethernet-orchestra-diaspora-pueblo-nuevo-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ethernet-orchestra-diaspora-pueblo-nuevo-2014\/","title":{"rendered":"Ethernet Orchestra \u2013 Diaspora \u2013 Pueblo Nuevo 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1085\" title=\"Ethernet Orchestra - Diaspora\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Ethernet-Orchestra-Diaspora.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (29.12.2014)<\/p>\n<p>Dieser Text ist auch in Stefanie Krauses Magazin <a title=\"Ethernet Orchestra auf Kult-Tour Braunschweig\" href=\"http:\/\/www.kult-tour-bs.de\/ethernet-orchestra-diaspora-pueblo-nuevo-2014\/#more-6227\" target=\"_blank\">Kult-Tour Braunschweig<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Uha, die wissen, wie man Angst und Beklommenheit in Musik verpackt, und das auch nur nebenbei, unbeabsichtigt. Das Ethernet Orchestra improvisiert sich live mit internationaler Besetzung eine Musik zurecht, die von Formatradioh\u00f6rern als solche sicherlich nicht mehr zu erkennen ist. Rhythmen entstehen, wenn \u00fcberhaupt, dann nur rein zuf\u00e4llig, Melodien beinahe gar nicht, stattdessen flirren Sounds aus allen erdenklichen Quellen umeinander herum: Trompete, arabische Percussion, Obertongesang, Drones, Samples, Singende S\u00e4ge, Gesang, diverse Saiteninstrumente, Field Recordings und vieles mehr, das man als Laie nicht einmal zu erkennen vermag. Zum vollst\u00e4ndigen Genuss ist es vermutlich nicht unerheblich, zu wissen, wie die St\u00fccke entstanden sind: live und virtuell n\u00e4mlich, per Internet vernetzt, als vom Orchester so genante Tele-Improvisation. Damit ist in gewisser Weise weniger das Ergebnis als vielmehr die Entstehung die Besonderheit an \u201eDiaspora\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wer die Vorf\u00fchrung \u201eDer Flug der Seeschwalbe\u201c der blackhole-factory Anfang des Jahres in der Braunschweiger Kunstm\u00fchle besuchte, erhielt eine Idee davon, wie das Ethernet Orchestra arbeitet, denn daran waren einige der Mitglieder beteiligt. Die Shows beschr\u00e4nken sich nicht allein darauf, dass die hochprofessionellen Musiker weltweit zu Hause per Internet zugeschaltet ihre Kunst improvisieren, sondern dass das Ganze auch noch visuell erg\u00e4nzt wird. Man sieht auf Leinw\u00e4nden, wie die Beteiligten etwa auf Sound- und Film-Datenbanken zugreifen und die entsprechenden Samples und Field Recordings in die Improvisation einflie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Die sich daraus ergebende Musik ist mindestens verst\u00f6rend. Wer sie nur nebenbei h\u00f6rt, weil sie eher Fl\u00e4che als Kontur kreiert, k\u00f6nnte bald genervt, wenn nicht sogar vergrault sein. Wer sich aber darauf konzentriert, bekommt ein F\u00fcllhorn an Atmosph\u00e4ren, die zu unendlichen Wanderungen in finsteren, undurchdringlichen Landschaften einladen. F\u00fcr Schubladenfreunde bietet sich bestenfalls die Kategorie Industrial-Ambient-Freejazz-Worldmusic an; f\u00fcr Unersch\u00fctterliche kann das Album wom\u00f6glich sogar entspannend wirken.<\/p>\n<p>Wer die diversen Projekte von Hugo Race verfolgt und goutiert, ist auf das Ethernet Orchestra zumindest gut vorbereitet. So unglaubw\u00fcrdig es nach den vorangehenden Beschreibungen auch klingen mag: \u201eDiaspora\u201c macht n\u00e4mlich Spa\u00df. Gerade, weil es so viel zu entdecken gibt. Die St\u00fccke sind auf den ersten Eindruck f\u00fcr Unvorbereitete vielleicht nicht wirklich voneinander zu unterscheiden, doch bieten sie bei genauer Betrachtung eine Vielzahl an zumeist dunklen Stimmungen, Sounds und Atmosph\u00e4ren, in denen man sich als aufgeschlossener Soundentdecker mit wohligem Schauer verlieren kann. Sicher, einfach macht es einem das Ethernet Orchestra dabei nicht.<\/p>\n<p>Daran beteiligt sind auch die Braunschweiger Elke Uterm\u00f6hlen (mit ihrer an Lisa Gerrard erinnernden Stimme und Elektro-Sounds) und Martin Slawig (Elektronik und Percussion), die auch die blackhole-factory ergeben. Der australische Jazz-Trompeter Roger Mills fungiert hier zus\u00e4tzlich als Produzent. Weitere Musiker sind: Gitarrist Mark Francombe aus Norwegen, Bukhchuluun Ganburged aus der Mongolei mit Obertongesang und dem Saiteninstrument Morin Khuur, der 2011 verstorbene US-Amerikaner Richard Lainhard am 70er-Jahre-Synthesizer Buchla 200E, dem Midi-Controller Haken Audio Continuum und der Gitarre, der Franzose Herv\u00e9 Perez am Sopransaxophon und mit Elektronik, Shaun Premnath aus Malaysia an der Tabla, Peyman Sayyadi und Aref Toloei aus dem Iran an den Saiteninstrumenten Tanbur und Tar, Yavuz Uydu aus der T\u00fcrkei an der Oud und am Saiteninstrument Bendir sowie Chris Vine aus Brasilien an der Gitarre.<\/p>\n<p>Das chilenische Online-Label <a title=\"Zum Download auf Pueblo Nuevo\" href=\"http:\/\/www.pueblonuevo.cl\/pn_site\/index_pn094.htm\" target=\"_blank\">Pueblo Nuevo<\/a> ver\u00f6ffentlichte diese einst\u00fcndige Compilation aus Improvisationen der Jahre 2009 bis 2014 zum kostenlosen Download. Wer sich im Winter nachts in dunklen R\u00e4umen verlieren will, wird hier bestens bedient. \u201eDiaspora\u201c erweitert den musikalischen Horizont. Bei der Musik mag man es gar nicht glauben, dass man es zumeist mit gelassenen, sympathischen, humorvollen und lebenslustigen Menschen zu tun hat. So kann man sich angenehm t\u00e4uschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (29.12.2014) Dieser Text ist auch in Stefanie Krauses Magazin Kult-Tour Braunschweig ver\u00f6ffentlicht. Uha, die wissen, wie man Angst und Beklommenheit in Musik verpackt, und das auch nur nebenbei, unbeabsichtigt. Das Ethernet Orchestra improvisiert sich live mit internationaler &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ethernet-orchestra-diaspora-pueblo-nuevo-2014\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,19],"tags":[],"class_list":["post-1084","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-download-stream"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1084"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1084\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1097,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1084\/revisions\/1097"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}