{"id":1051,"date":"2014-11-23T21:32:00","date_gmt":"2014-11-23T20:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1051"},"modified":"2014-11-23T22:04:22","modified_gmt":"2014-11-23T21:04:22","slug":"nils-koppruch-fink-werkschau-trocadero-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/nils-koppruch-fink-werkschau-trocadero-2014\/","title":{"rendered":"Nils Koppruch + Fink \u2013 Werkschau \u2013 Trocadero 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1052\" title=\"Nils Koppruch + Fink - Werkschau\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Nils-Koppruch-+-Fink-Werkschau.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"102\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1053\" title=\"A Tribute To Nils Koppruch + Fink\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/A-Tribute-To-Nils-Koppruch-+-Fink.jpg\" alt=\"\" width=\"114\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (23.11.2014)<\/p>\n<p>Der traurige Anlass f\u00fcr dieses opulente 12-CD-Boxset ist der Tod des Geehrten: Nils Koppruch starb 2012 mit nur 46 Jahren. Der Hamburger S\u00e4nger war ein Meister des uneindeutig beschriebenen Gef\u00fchls, das er zumeist mit von Country durchsetzter Rockmusik vermittelte. Einige der Alben seiner fr\u00fcheren Band Fink waren zuletzt nicht mehr erh\u00e4ltlich, da kommt diese \u201eWerkschau\u201c mit allen CDs im Pappschuber gerade recht. Bonus sind eine Rarit\u00e4ten-Compilation sowie eine Tribute-Doppel-CD. Letztere w\u00e4re nicht n\u00f6tig gewesen, erstere ist gleichzeitig erstaunlich vollst\u00e4ndig und unvollst\u00e4ndig. In Summe ein wundervolles Wiederh\u00f6ren, das den gro\u00dfen k\u00fcnstlerischen Verlust verdeutlicht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Singer-Songwriter gibt es aktuell wie Sand am Meer. Die einen jammern, die anderen witzeln, die dritten politisieren zaghaft, doch was sie eint, sind nervende Stimmen, banale Texte, simple Musik und mangelnde Eigenst\u00e4ndigkeit. Zu ihnen geh\u00f6rt nach Ansicht des Rezensenten auch Gisbert zu Knyphausen, weshalb es Wunder nahm, dass der hochverehrte Nils Koppruch ausgerechnet mit jenem eine Band formierte. Mit Zukunftsabsichten, die von Koppruchs Tod durchkreuzt wurden. Das optimistisch \u201eI\u201c getaufte Album von Kid Kopphausen stellt daher den Schlusspunkt der Diskographie Koppruchs dar. Bei Kid Kopphausen handelt es sich gottlob nicht einfach um ein Duo, sondern eine feste Band, und das ist das Gl\u00fcck, denn so f\u00fcgt sich Knyphausen in einen Kontext, in dem seine positiven Seiten im Vordergrund stehen.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck an den Anfang: Fink sorgten mit ihrem ersten Album \u201eVogelbeobachtungen im Winter\u201c f\u00fcr Furore, besonders bei Fans von Element Of Crime, die deren Platten mochten, weil Musik und Texte von hoher Qualit\u00e4t waren, nicht nur eines von beiden oder gar beides nur Mittelma\u00df. Zwar fiel der ungewohnte Country-Anteil im Fink-Sound auf, doch war er eher ein spezieller Akzent als der Kern der Dinge. Denn die Texte transportierten die US-Volksmusik nur bedingt bis gar nicht: Man fand sich auch dann in ihnen wieder, wenn man sich f\u00fcr Country an sich nicht interessierte. Und man fand sich auch deshalb in ihnen wieder, weil Koppruch selten konkret war. Seine Lyrik funktionierte meistens \u00fcber Bilder und Vergleiche, mit denen er Befindlichkeiten aller Art in Formen goss. Oft ging es um Liebe, gl\u00fcckliche und h\u00e4ufiger noch komplizierte. Auch Alltagsbeobachtungen und Selbstbetrachtungen fanden Einlass in seine Lieder.<\/p>\n<p>Da sich die Bandbesetzung \u00fcber die Jahre oft \u00e4nderte, \u00fcbertrug sich dieser Umstand auch auf die Musik. Fink entdeckten elektronische Instrumente und lie\u00dfen die Produktion bis zum Finalen \u201eBam Bam Bam\u201c zusehends glatter werden. Es folgten der Split sowie zwei Solo-Alben Koppruchs, die wieder reduzierter instrumentiert waren. Und dann kam eben \u201eI\u201c.<\/p>\n<p>Die Rarit\u00e4ten-Sammlung beinhaltet Songs, Liveversionen und Demos solcher Projekte wie Tex Fury &amp; The Silver Spurs, die noch sehr im Country verwurzelt waren, aber schon Blaupausen f\u00fcr die fr\u00fchen Fink legten, Fink Williams und Hotel Rex. Enthalten sind au\u00dferdem der \u201eBagdad Blues\u201c, den Fink mit Peter Lohmeyer und Ulrich Tukur als Single ver\u00f6ffentlichten, \u201eDas sind Geschichten\u201c, das Fehlfarben mit Nils Koppruch auf ihrer Compilation \u201e26 1\/2\u201c einspielten, und \u201eKnochen und Fleisch\u201c, das Koppruch und Knyphausen als 7\u201c-Single unters Volk brachten. Diverse Livetracks erg\u00e4nzen die Sammlung, teilweise von der CD \u201eLetzter September\u201c, der Nummer 26 der Reihe \u201eReturn To Sender\u201c des gleichnamigen Labels mit einer Konzertaufnahme aus Frankfurt, die wiederum als Album in der \u201eWerkschau\u201c fehlt. Mit Blick auf diese L\u00fccke f\u00e4llt auf, dass auch die beiden EPs \u201eEr sieht sie an&#8230;\u201c und \u201eDingi\u201c mit ihren B-Seiten nicht enthalten sind. Und dann erinnert man sich an die DVD mit der Tour-Doku, die \u201eBam Bam Bam\u201c in der Erstauflage beilag, auch die fehlt hier in der Box.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es eben noch die auch separat erh\u00e4ltliche Tribute-Compilation. \u00dcber die gilt es, den gn\u00e4digen Mantel des Schweigens zu h\u00fcllen. Die Ehrenden offenbaren zumeist, dass sie dem Geehrten einfach mal nicht das Wasser reichen k\u00f6nnen. Entweder trauen sie sich nicht, die Originale aus der Country-Ecke herauszuholen, oder sie tun dies auf eine Art und Weise, die das Ergebnis beliebig macht. So h\u00f6rt man selbst gro\u00dfe Leute scheitern; Knarf Rell\u00f6m etwa macht den beklemmenden \u201eMesserkampf\u201c zum gegl\u00e4tteten Feuilleton-Produkt.<\/p>\n<p>Schade ist, dass der Pappschubersammlung zwar ein dickes B\u00fcchlein mit Interviews und spannenden Informationen beiliegt, dass aber wegen der reduzierten Aufbereitung der Alben deren Booklets und damit die Texte fehlen. Aber bei dem niedrigen Preis soll man nicht maulen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (23.11.2014) Der traurige Anlass f\u00fcr dieses opulente 12-CD-Boxset ist der Tod des Geehrten: Nils Koppruch starb 2012 mit nur 46 Jahren. 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