{"id":1042,"date":"2014-11-17T00:02:08","date_gmt":"2014-11-16T23:02:08","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1042"},"modified":"2014-11-18T22:30:18","modified_gmt":"2014-11-18T21:30:18","slug":"the-salvation-kristian-levring-dkgbsa-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-salvation-kristian-levring-dkgbsa-2014\/","title":{"rendered":"The Salvation \u2013 Kristian Levring \u2013 DK\/GB\/SA 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (16.11.2014)<\/p>\n<p>\u201eThe Salvation\u201c ist als Film gut gelungen und als Western routiniert. Inhaltlich kompakt, optisch beeindruckend, spannend, doch letztlich lediglich die zeitgen\u00f6ssische D\u00e4nische Variante des uralten Spaghettiwesterns. Die Schn\u00f6rkellosigkeit ist seine St\u00e4rke, es gibt keinerlei Redundanzen. Die Musik passt, Mads Mikkelsen spielt gro\u00dfartig, die Gewalt findet nicht im Exzess statt \u2013 das sind gut verbrachte anderthalb Stunden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Handlung l\u00e4sst sich in einem Satz summieren: John erschie\u00dft die Typen, die seine Frau und und sein Kind misshandelten und t\u00f6teten, ohne zu wissen, dass einer davon der Bruder des lokalen Obergangsters Delarue ist, der sich nun an John daf\u00fcr r\u00e4chen will, aber seinerseits dessen Rache zu sp\u00fcren bekommt. Fertig. Das ist klassischer Westernstoff, eigentlich sogar klassischer Hollywoodstoff, denn Selbstjustiz zieht dort immer. Doch Levring setzt Akzente: Seine Hauptfiguren sind ausgewanderte D\u00e4nen, die 1870 im Krieg gegen die Deutschen k\u00e4mpfen mussten und entsprechend z\u00e4h sind und mit Waffen umgehen k\u00f6nnen. Es ist vergn\u00fcglich, Leute in einem Western D\u00e4nisch reden zu h\u00f6ren. Der Rest bleibt wie bei Sergio Leone: Der Held leidet und schweigt und verkneift sich dumme Spr\u00fcche, sobald er seine Peiniger erwischt. Was Levring besser macht, ist, dass er auf retardierende Momente verzichtet und John seinen Weg recht geradlinig gehen l\u00e4sst. Auch sieht man nicht den Missbrauch von Johns Frau oder andere unn\u00f6tige Gewalt, auch der Showdown findet angenehmerweise beinahe beil\u00e4ufig statt, nicht so elend heroisierend herausgez\u00f6gert.<\/p>\n<p>John und sein Bruder Peter sind wortkarge, harte, loyale und besonnene Menschen. Selbst w\u00fcrden sie nie mit Gewalt beginnen, sind aber in der Lage, auf Gewalt zu reagieren, und das sogar recht kreativ. Interessante Figuren sind auch die Bewohner der von Delarue terrorisierten Kleinstadt; alle beugen sich dem t\u00f6dlichen Diktator und hoffen scheinheilig auf Erl\u00f6sung. Lediglich der B\u00f6se selbst bleibt relativ gesichtslos, er wirkt nicht als Person, sondern nur \u00fcber seine Methoden. Und die lassen selbst den pazifistischsten Betrachter jede Form von Selbstjustiz in Erw\u00e4gung ziehen. Die brutale Omnipotenz Delarues scheint unbesiegbar zu sein. Levring erzeugt damit eine umwerfende Spannung.<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dftes Gut Levrings ist hier seine Bildgewalt. Er wei\u00df seine Kamera einzusetzen und kreative Kamerafahrten und Perspektiven einzubauen. Obgleich seine Landschaften und Geb\u00e4ude computergeneriert sind, beeindrucken die Bilder und wirken nicht wie in einem Egoshooter. Die Musik erinnert zun\u00e4chst an klassische Westernmotive und wechselt bald fast unbemerkt in die Moderne, wenn pl\u00f6tzlich verhaltene Synthiebeats ert\u00f6nen. Und es ist eine angenehme \u00dcberraschung, Ex-Fu\u00dfballstar Eric Cantona als Delarues Handlanger nach \u201eLooking For Eric\u201c erneut im Kino zu sehen.<\/p>\n<p>Es ist korrekt, dass \u201eThe Salvation\u201c nichts Neues erz\u00e4hlt und dem Western kein erinnerungsw\u00fcrdiges Update aufsetzt. Ausnahmen wie \u201eThe Quick And The Dead\u201c oder \u201eDjango Unchained\u201c zeigen, dass man auch das vermeintlich ausgelutschte Genre interessant erneuern kann. Dennoch ist \u201eThe Salvation\u201c ein absolut sehenswerter Film.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist Levring der vierte Mann der Dogme95-Runde. Vor 19 Jahren unterzeichneten vier D\u00e4nische Regisseure das \u201eDogma 95\u201c, in dem sie aus einer Bierlaune heraus zehn Regeln f\u00fcr kreatives und limitiertes Filmemachen gegen den Mainstream aufstellten. Von den extrem polarisierten Reaktionen waren sie selbst \u00fcberrascht und verpflichteten sich, jeder einen Film nach diesen Regeln (und ausgew\u00e4hlten Ausnahmen davon) zu ver\u00f6ffentlichen. Drei schafften es in Deutschland zu Ruhm: \u201eIdioterne\u201c (\u201eIdioten\u201c) von Lars von Trier, \u201eFesten\u201c (\u201eDas Fest\u201c) von Thomas Vinterberg und \u201eMifunes sidste sang\u201c (\u201eMifune\u201c) von S\u00f8ren Kragh-Jacobsen. Der vierte Film hat es nie nach Deutschland geschafft: der grandiose \u201eThe King Is Alive\u201c von Kristian Levring. Unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.11.2014) \u201eThe Salvation\u201c ist als Film gut gelungen und als Western routiniert. Inhaltlich kompakt, optisch beeindruckend, spannend, doch letztlich lediglich die zeitgen\u00f6ssische D\u00e4nische Variante des uralten Spaghettiwesterns. 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