{"id":1021,"date":"2014-11-06T21:54:09","date_gmt":"2014-11-06T20:54:09","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1021"},"modified":"2014-11-06T21:54:09","modified_gmt":"2014-11-06T20:54:09","slug":"simple-minds-big-music-embassy-of-music-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/simple-minds-big-music-embassy-of-music-2014\/","title":{"rendered":"Simple Minds \u2013 Big Music \u2013 Embassy Of Music 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1022\" title=\"Simple Minds - Big Music\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Simple-Minds-Big-Music.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1023\" title=\"Simple Minds - Big Music Deluxe\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Simple-Minds-Big-Music-Deluxe.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"99\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (06.11.2014)<\/p>\n<p>Da machen die alten Stadionrocker jetzt also auf Dancefloor. Elektronische Musik ist man als Fan der ersten Stunde deutlich eher gewohnt als jener, der erst mit dem \u201eBreakfast Club\u201c einstieg, aber die alte Form, mit der die Schotten zuletzt sogar auf Tour waren, war monotoner, k\u00fchler, dunkler. \u201eBig Music\u201c ist \u2013 auch das alberne Cover mit den Lautsprechern unterstreicht das \u2013 genau das, big music n\u00e4mlich, f\u00fcr das gro\u00dfe Publikum, die gro\u00dfe B\u00fchne und wom\u00f6glich die Gro\u00dfraumdisco. Nun, dort wird man sie wohl verschm\u00e4hen, daf\u00fcr sind sie zu alt. Eher kommen sie ins gro\u00dfe Radio und begl\u00fccken die Gro\u00dfraumb\u00fcrogemeinschaft. Bisweilen hat es etwas von Erasure mit Gitarren. Es ist schwierig, als Simple-Minds-Fan \u201eBig Music\u201c unumwunden zu m\u00f6gen. Aber nicht unm\u00f6glich, \u00fcberhaupt Gefallen daran zu finden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eBig Music\u201c ist sehr eing\u00e4ngig. Was dem einen als ein Qualit\u00e4tsmerkmal gilt, kann andernorts f\u00fcr Ablehnung sorgen: Menschen mit ausdifferenziertem Musikgeschmack haben an Eing\u00e4ngigkeit bisweilen wenig Vergn\u00fcgen. Man hat sie schnell \u00fcber und h\u00f6rt sich nach etwas fordernderen Produkten um. So ist es auch mit \u201eBig Music\u201c, wenn man es einlegt: Es klingt recht einfach, um mal ein Wortspiel mit dem Bandnamen zu vermeiden, und bedient oberfl\u00e4chlich recht einfache H\u00f6rgewohnheiten. Streckenweise erinnert es an den ersten Danceausflug nach der Stadionrockhochzeit, \u201eReal Life\u201c von 1991. Auch \u201eN\u00e9apolis\u201c (1998) und \u201eNeon Lights\u201c (2001) bedienten sich bei synthetischen Sounds. Zu h\u00f6ren sind auch \u00e4ltere Elemente, etwa Synthiesounds von \u201eNew Gold Dream (81*82*83*84)\u201c, das Klavier und der Gospelgesang von \u201eOnce Upon A Time\u201c, ein Singalong-Part wie in \u201e(Don&#8217;t You) Forget About Me\u201c. Insofern ist \u201eBig Music\u201c zwar keine \u00dcberraschung, bietet aber eben auch keine \u00dcberraschung. Die angenehme Dunkelheit, die noch das Vorg\u00e4ngeralbum \u201eGraffiti Soul\u201c ausstrahlte, ist leider fast verschwunden. Solides Werk von professionellen Musikern, keine L\u00e4ngen, keine Durststrecken, gute Ideen, so weit, so okay.<\/p>\n<p>Wer sich nun die M\u00fche macht, sich auf das Album einzulassen, darf unter der glatten Oberfl\u00e4che Sch\u00e4tze heben. Die Gitarre ist zwar weit in den Hintergrund ger\u00fcckt, steuert aber sch\u00f6ne Effekte bei. Manche Breaks sind ungew\u00f6hnlich rauh. Auch die Synthies d\u00fcrfen mehr als nur das Radio bet\u00f6ren, manche Effekte dr\u00fccken von unten das Ungewohnte in die Songs. Nach ein paar Tracks weicht der Dancefloorbeat, die Songs bekommen Rockstrukturen, \u201eLet The Day Begin\u201c, das Cover der unbekannten und nicht mehr existenten Band The Call, bildet sozusagen das experimentelle Zentrum. Man stellt dann fest, dass es sich die Band mit der Eing\u00e4ngigkeit doch nicht so einfach gemacht hat. Vieles ist nur Fassade, dahinter stecken tolle Songs; man muss leider feststellen, dass sie nicht nur stecken, sondern sich sehr verstecken. Das macht das H\u00f6rerlebnis ambivalent.<\/p>\n<p>Zur Form: Die zw\u00f6lf Tracks des Albums beinhalten neben dem angesprochenen Cover auch in neu bearbeiteter Form die beiden Bonus-Tracks der j\u00fcngsten Best-Of \u201eCelebrate: The Greatest Hits\u201c, n\u00e4mlich \u201eBroken Glass Park\u201c und \u201eBlood Diamond\u201c, nicht aber den Mylo-Remix von \u201ePromised You A Miracle\u201c, der zeitgleich am Record Store Day auf Vinyl erschien. Nicht mal auf der Deluxe-Bonus-CD, auf der daf\u00fcr Platz gewesen w\u00e4re. Daf\u00fcr erscheinen dort zwei alte Bekannte in neuer Form: \u201eSwimming Towards The Sun\u201c stammt vom im Jahr 2000 verworfenen und 2004 in der \u201eSilver Box\u201c nachgereichten Album \u201eOur Secrets Are The Same\u201c, \u201eDancing Barefoot\u201c von Patti Smith coverten die Simple Minds bereits 2001 auf \u201eNeon Lights\u201c, dieses Mal mit dunkler Frauenstimme. Als weiteres Cover ist \u201eRiders On The Storm\u201c von The Doors enthalten, mit tats\u00e4chlich mal dunklerer, rauherer, experimentellerer Musik, aber identischer Gesangsmelodie. Insgesamt ist die zweite Disc etwas spannender ausgefallen als das Hauptalbum. Als dritte Disc ist der Deluxe-Edition eine DVD mit Videos und Interviews beigelegt.<\/p>\n<p>So ist \u201eBig Music\u201c sicherlich kein Meilenstein in der Musikhistorie, kein bewegendes Album im Untergrund wie die ersten f\u00fcnf, kein Wegweiser f\u00fcr neue Ideen, keine Landmarke im Simple-Minds-Kontext. Aber als Pop-Album ist es ausgezeichnet, mit unterschwelliger Qualit\u00e4t und einnehmenden Ideen. Erstaunlicherweise klingt \u201eBig Music\u201c weit weniger nach Marktschielerei als das fast zeitgleich erschienene neue Album der einstigen Konkurrenten U2, \u201eSongs Of Innocence\u201c. Innovationspokale gewinnen sie aber beide nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.11.2014) Da machen die alten Stadionrocker jetzt also auf Dancefloor. 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