Volker Sassenberg – Gabriel Burns (40) Livrare opt – Decision/Sony 2013

Von Matthias Bosenick (17.01.2014)

Mit einem Soundtrack motzt Volker Sassenberg die Reihenfolge seiner Hörspielserie „Gabriel Burns“ um eins auf. Die Musik von ihm und Matthias Günthert ist eine Mischung aus Klassik und Electro, die die wüste Horror-Geschichte atmosphärisch treffend untermalt, als reines Musikalbum jedoch wie fast jeder Score höchstens den entsprechenden Fans gefallen wird. Das Drama und der Pathos, die bisweilen sehr stark durchdringen, funktionieren vermutlich am besten, wenn man die Ereignisse dazu im Ohr hat. Allerdings ist „Livrare opt“ leider auch eine ziemliche Frechheit.


Denn mitnichten ist dies die erste Soundtrack-Compilation bei „Gabriel Burns“, sondern die dritte. Es gab bereits bei den Folgen „(12) Die erste Erinnerung“ und „(27) Zwiespalt“ jeweils eine Bonus-CD mit Tracks, die sich auf „Livrare opt“ zum Teil wiederfinden. Sicherlich waren die anderen beiden Sammlungen limitiert und sind nicht mehr frei erhältlich, aber das hätte man ja auch anders lösen können. Im Gegensatz zu den anderen beiden Soundtracks liegt dieses Mal dummerweise keine Geschichte bei. Wer sich nun deshalb „Livrare opt“ nicht kauft, verzichtet auf das durchgehende Motiv auf den CD-Seiten, wenn sie nebeneinander stehen. Blöd auch: Die beiden iTunes-Bonus-Tracks zu Folge 27, „African Charmes“ und „Gefährlicher Mondschein“, hätten noch prima auf die CD gepasst.

Die Fans hatten doch schon genug zu erdulden. Drei Jahre Pause wegen eines Rechtsstreits, Titelheld Steven „Gabriel“ Burns taucht irgendwo in Zwischenwelten ab, die Story verläuft sich in Wahnvorstellungen – und dann kommt überteuert, weil im klappbaren Digipak (wie etwa auch „Fixed“ und „Broken“ von Nine Inch Nails, „II: Lucifuge“ von Danzig oder „Cut“ von C-Tec), eine CD, die die Geschichte nicht voranbringt, direkt nach der Folöge „(39) Der Ruf des Leviathans“, die zwar gruselig und spannend ist, aber bis auf die Info, dass Bakerman eine Tochter hat, auch nicht allzuviel zur Story beiträgt. Als wäre das nicht alles schon retardierend genug, ist als Folge 41 das Hörbuch „Verehrung“ auf vier CDs angekündigt, die gesprochene Version des zweiten von drei auch schon betagteren Romanen.

Aber egal. Irgendwie ist „Gabriel Bruns“ ja geil und bleibt auch noch einzigartig auf dem Markt, egal, was andere Hörspielmacher sich einfallen lassen. Interessanter als bei „Garbiel Burns“ wäre ein Soundtrack übrigens bei der Schwesterserie „Point Whitmark“: Die Musik dort erinnert stark an die alte Europa-Musik von Carsten Bohn. Oft wird man „Livrare opt“ (Rumänisch „Lieferung acht“, den Hintergrund dazu einfach mal nachhören, viel Spaß) vermutlich nicht hören.

Tracklist Folge 12:
01 Gabriel Burns Theme (New Intro)
02 Die Totenmaschine
03 Striking Forces
04 Enigma
05 Journey To Balayi
06 Hardest Fear
07 Blured
08 The Lunatic
09 Lybian Treasure
10 Der Flüsterer
11 Breathe
12 To Boldly Go
13 Iceland
14 Garden Of Whispers
15 Lash
16 Campbell Island
17 The Spiral
18 In The Woods
19 Furor
20 Nightcatcher
21 Chinatown
22 Mayday
23 Hammed
24 Wie ein Kind
25 Rise With The Dead
26 Creatures Of The Night
27 Children’s Lament
28 Vancouver Seems To Be
29 Black Pearl
30 Thunder
31 Eleven
32 Butcher’s Fun
33 Heat
34 Lost Souls
35 Dark Moon
36 Bugging
37 Biosfear
38 Gabriel Burns Theme

Tracklist Folge 27:
01 Final Destiny
02 All Of Us
03 Sorry For That
04 Lounge
05 Gabriel
06 Deamus
07 Ground Zero
08 Burundao
09 Nachtkathedrale
10 Sanctus Anime
11 Opion
12 Revealing Fate
13 Nemus Fide
14 Gabriel Burns Theme

Tracklist Folge 40:
01 Gabriel Burns Theme
02 Barisha
03 Avenger
04 The Town
05 Striking Forces (Folge 12)
06 Breed
07 Die Totenmaschine (Folge 12)
08 Time Is Up
09 Diavolish
10 Fade
11 Journey To Balayi (Folge 12)
12 Dehydrated II
13 Cherish
14 Dadija
15 Enigma (Folge 12)
16 Snails
17 Seeking Fate
18 Hamdum
19 Stormfront
20 Believe
21 Silent Sorrow
22 Faye
23 Deamus (Folge 27)
24 Gabriel (Folge 27)
25 Ghost Riders
26 Thunder (Folge 12)
27 Lost In Spheres
28 Avenger (Groove Edit)
29 Persephone

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