Cryptic Brood – Brain Eater – Xtreem Music 2017

Von Matthias Bosenick (07.10.2017)

Zu dritt solch ein Spektakel veranstalten, herrlich! Cryptic Broods Variante von Metal vereint virtuos das Schnelle des Thrash, das Tiefe des Doom, das Schleppende des Sludge und den Spaß des Splatterfilms. Und wenn der Titel „Brain Eater“ hundertmal nach böse und blutrünstig klingt, man hört es dem Trio an, dass es eine Riesenfreude daran hatte, das Album einzuspielen. Das funktioniert, weil Cryptic Brood ihre Sache trotzdem ernstnehmen und die Musik schlüssig variantenreich im Sinne des Genres (oder besser: der Genres, eines allein reicht nicht) darbieten. Da bleiben keine Wünsche offen.

Wenn jede Geschichte erzählt ist, mixe die besten Teile zu einer neuen: „Brain Eater“ ist vor allem deshalb so gut, weil es sich nicht auf ein Genre beschränkt. Dabei achten Cryptic Brood penibel darauf, die ausgewählten Elemente schlüssig zu verbinden und nicht etwa einen willkürlichen Stilmix abzusondern. Den meisten Stücken liegt der kriechende, tiefergestimmte Doom zugrunde, den ebenso tief artikulierte Growls begleiten, und gelegentlich lassen sie die Pferdchen frei laufen und eilen im Gewand des Thrash, Death oder gar Black Metal davon; die Grundstimmung der Instrumente belassen sie dabei tief, lediglich die Stimme gerät dann vom Grunzen ins Quieken und Keifen. Was Wunder, steuern doch alle drei Bandmitglieder Vocals bei.

Trotz der Hauptausrichtung auf bedrückende Atmosphären verzichten Cryptic Brood nicht darauf, bisweilen auch mal ins Melodische zu verfallen. Erstaunlich, aber es dringt bei dieser doch recht unheilvollen Melange jede Menge Vergnügen aus den Boxen. Nicht zuletzt die Songtitel verraten, wes Geistes Kind der Schalk ist, den die Komponisten im Nacken sitzen haben: „Until It Starts To Rot“, „A Box Full Of Bones“, „Rotten Maggot – Infested Flesh“ und so weiter.

Vier Jahre haben die Wolfsburger Cryptic Brood bereits auf dem Buckel, und in der Zeit schon eine Menge Musik veröffentlicht. Trotzdem ist „Brain Eater“ das Debütalbum. Den Auftakt machte eine dem Genre angemessene Kassette, „Morbid Rite“ 2013, gefolgt von einer Split-12“, „The Graveyard Brood“ mit Graveyard Ghoul 2014, einer EP, „Wormhead“ 2015, sowie einer Split-7“ mit Restos Humanos im selben Jahr. „Brain Eater“ gibt es auf CD, als Download sowie ebenfalls als Tape und LP.

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